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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 451

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Frankfurt a. d. O. [Nachricht]
Date
1837-01-01
Page
Seite 451 (sequence 2)
Language
German
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Nachrichten. 451 von dort her in ihrem Zustande erhalten, so können die letzteren durch das Verfahren, welches man in unserm Vaterlande den jüdischen Religions- und Gemeindeverhältnissen gegenüber beobachtet, nicht leicht erweckt werden. Hr. Holdheim hat daher, obgleich er im Allgemeinen sehr beliebt ist, einen schwierigen Stand, und die besten Vorschläge von seiner Seite finden hier Widerstand, dort Lauheit. In einer solchen Gemeinde hat er sich zuerst die Freiheit des Wortes zu erkämpfen, dem freilich, wie auch anderswo. Manche durch Verlassen des Gotteshauses ausw eichen; aber seine Rede geht doch nicht ohne Einwirkung vorüber. Zwei seiner Predigten sind nun gedruckt; Sie vermissen vielleicht eine streng logische Anordnung und eine klare Durchführung darin, aber Sie nehmen einen Eifer in denselben wahr, aus dem Sie ihn schon kennen lernen werden. Die erste („Gebet und Belehrung vereinigt, sind die Bestandteile des jüdischen Gottesdienstes" b. Koscky. VHI. und 20 S.) mit dem Texte Ies. 66, 1—3 ist in strafendem Tone gehalten und fordert mit Nachdruck die Ordnung und würdige Feier des Gottesdienstes, als dessen wichtiger Bestandteil die Predigt anzuerkennen sei. Vielleicht ist der Ton an manchen Stellen biitterer, als die Kanzel ihn verträgt; aber wer wird mit dem wackern Eiferer über die Worte, welche seinem Eifer entströmen, rechten wollen? Daß ihm in dem hiesigen „patriotischen Wochmblatte" von einem hiesigen christlichen Geistlichen — der freilich einen christlich lautenden Schluß anzufügen sich verpflichtet fühlte —, von Hrn. v. Salomon im Harnburgischen Eorrespondenten (abgedruckt in v. Philippsons allg. Zeit. d. Iudenthums) und ferner in der Univ. K. Z. Anerkennung widerfahren, war den Bessergesmnten, welche auch den Druck dieser Predigt vom Hrn. Vers, erwirkten, hier sehr erfreulich. Die zweite gedruckte Rede hat den Mel: „Religion, Gesetzmäßigkeit und Frieden in Israel wieder herrschend zu machen, ist der heilige Beruf des jüd. Geistlichen." (bei Tempel X. u. 39 S.) Sie ist, mit dem Texte 2. M. 21, 12 —16, blos teilweise gehalten, was das Titelblatt schon sagt und der große Umfang erwarten läßt. Man merkt in dieser ein Drängen und Treiben in des Redners Brust, bas durch die außerordentlich zahlreichen Wünsche, welche der redliche jüdische Geistliche jetzt hegen muß, erzeugt wird; er kann sich nicht entschließen, einem einzelnen Gegenstände seine Aufmerksamkeit zuzuwenden, das Ganze mit seinen Wirren ergreift ihn zu sehr und zu tief. So fehlt es daher der Rede als solcher, als homiletisches Kunstwerk betrachtet, etwas an Zusammenhang und Einheit der Ansichten; daß der Anfang stark an einen der Aufsätze dieser Zeitschrift (Bd. I. S. 285 ff.) erinnert, kann Sie nur freuen, gibt aber doch dem aufmerksamen Leser eine gewisse Verschiedenheit zu erkennen. Hingegen ist sie um so mehr ein schönes Zeugniß von dem innigen, kräftigen Streben des Verfs.

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