Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 424 (sequence 12)
- Language
- German
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424 Nccenst'onen. ganz in der Mitte der Volksansichten und nicht über ihnen standen, machten die Volkögebräuche zu rablsinischen Satzungen. Dem aufmerksamen Leser, welcher unsere Darlegung mit der vorliegenden Schrift verglichen, wird es nicht entgangen sein, daß wir in der geschichtlichen Auffassung und Erklärung der Gegenstände zuweilen von dem Hrn. Berf. abgewichen sind; es ist dies immer der schwierigste Punct, über welchen am leichtesten verschiedene Ansichten herrschen. Dasselbe gilt auch von der sehr schätzbaren Einleitung, welche die Skizze einer Geschichte der jüdischen Gesetze beginnt und sie bis zum Schlüsse des Thalmuds fortfü hrt. Wir hätten hier wieder manches über das kritische Verfahren und die geschichtliche Auffassung zu besprechen, so namentlich über die zwei ersten Perioden, von Moses bis. Esra und von Esra bis zur Abfassung der Mischnah, wo bald die Zurückdatirungen des Thalmuds und die Aufzählung desjenigen, was die Gemara in jene Zeiten versetzt, schlechtweg hingestellt, bald aber auch kritisch-zweifelnde Blicke gethan werden, welches Schwanken zu einer gewissen Art von schlecht rationalistischem Verfahren führt, das ältern Autoritäten andere, der subjectiven Ansicht des Darstellers entsprechende, Gründe unterschiebt, ohne in diesen ernstlich auch vbjective Wahrheit zu finden, wie sich derselbe Tadel bei der Angabe des Zweckes der Mischnah (S. XXVIII) und der Gemara (S. XXXII) machen läßt; jedoch unterlassen wir des Raumes wegen, ausführlich hierüber zu sprechen. Jedenfalls bietet auch diese Einleitung eine sehr gelehrte Zusammenstellung interressanter und zum Theile sehr unbefangen beleuchteter geschichtlicher Thatsachen. Nur manchmal vermißt man hier und in den eigentlichen Abhandlungen des Büchleins die bei solchen Untersuchungen so nvthige Genauigkeit. So wiederholt sich besonders das unkritische Verfahren, Stellen aus Maimonides, welche dieser Gelehrte allerdings der Gemara entlehnte, aber nach seinem systematisch-logischen Bestreben zuweilen doch sehr modificirte, als gemaristische