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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 423

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1837-01-01
Page
Seite 423 (sequence 11)
Language
German
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Brück's rabbinische Ceremonialgebräuche. 42L entwickelte, von der Kabbalah gepflegt und zur Reife gebracht, und von den spätem Rabbinen ausgenommen und festgehalten wurde. In der eigentlich gelehrten, älteren rabbinischen Entwickelung finden wir die strenge Gesetzlichkeit , das feste Halten an den alten Satzungen, und eine jede neue Einrichtung mußte sich als hieraus abgeleitet Nachweisen lassen, wenn auch freilich die Nachweisung auf den weitesten Umwegen geschehen konnte. Aber je weiter sich die Satzungen von den Lebeusverhältnissen entfernten, um so mehr mußten sich in den Gemüthern des Volkes andere Anschauungen erzeugen, welche an die Stelle der Formenstarrheit den Aberglauben setzten. So wurde die Enthaltsamkeit von nahrhaften Speisen, um mit größerer Lust zum ersten Genüsse der ungesäuerten Brode zu gehen, zu einem sühnenden Fasttage; das Tagezählen zwischen Pesach und Schabuoth, als überkommenes Gebot, dessen Grund nicht mehr Statt fand und das zu buchstäblich gedeutet war, wurde zum Zeichen, daß man sich diese Zeit herumwünsche und daß sie eine traurige sei; das Weidenfest mit seinen volksthümlichen Freudenäußernngen mußte sich bequemen, ein neuer Versöhnungstag im Kleinen zu werden; das Gebet bei Erscheinung des Neumondes wurde eine Mondstrauung und dergl. Diesen und ähnlichen Ansichten mit den aus ihnen erzeugten Geboten setzten sich consequent die älteren Rabbinen, die wohl der Formenstarrheit, aber nicht dem Aberglauben huldigten, entgegen; aber das Volk konnte dennoch denselben, als mehr dem gemächlichen Leben entsprechenden Anschauungen, nicht entgehen, und die Kabbalah, der das Verdienst nicht abgesprvchen werden kann, eine größere Innigkeit mit dem rein äußern Formenwesen zu verbinden, wobei sie jedoch nvthwendig in den Abgrund des Aberglaubens stürzte, lehnte sich gerne an diese Volkspoesie, und spätere, namentlich deutsche und polnische Rabbinen, welche sich wesentlich darin von den älter», besonders spanischen unterscheiden, daß sie gleichfalls

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