Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 422 (sequence 10)
- Language
- German
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422 Neceuflonen. bringen, er sek untauglich. Da nun bei uns das Ausziehen dev Schuhe nicht blos keine Ehrenbezeigung, sondern höchst unanständig ist, unsere Fußbekleidung aber auf ganz andere Art befestigt ist, so fällt dies Alles weg, und das Fortbestehn dieses Gebrauches ist höchst anstößig. — Die Heiligkeit, welche man der Sache beilegte, brachte auch dazu , daß den Khohanim auferlegt wurde, zuvor die Hände zu waschen, nach dem symbolischen Neinheitsbegriffe, dem nun einmal das Judenthum so viele Gebräuche verdankt; hier trug nun besonders daS schöne Mißverständnis; bei, daß das biblische die Hände zum Segen erheben, thalni. dem Ausdrucke die Hände waschen, sehr ähnlich ist. Selbst die Nabbinen fanden sich zwar hier nicht ganz in diesen Reinheitöbegriff, aber das Leben hielt fest daran, und bei uns wird innerhalb der Synagoge dieser Act des Händewaschens auf tumultuarische Weise vvrgenommen. — Den Ausdruck „die Hände erheben," haben wir so eben als Bezeichnung für segnen angeführt; da hatte nun die Kabbalah natürlich einen ergiebigen Boden, um die Ari der Erhebung, Fingerordnung und dergl. einzupfropfen. — Die Khohanim während des heiligen Actes, der durch solchen kabbalistischen Spuk zum währen Zauberwerke umgewandelt wurde, anzusehn, mußte natürlich sehr bedenklich erscheinen, und diesen Segen mit Gebeten zu bereichern, war Bedürfnis;. Dennoch hat die Gehaltlosigkeit der Sache dahin geführt, daß man das biblische Gebot, wofür man es hielt, ans einige Tage im Jahre beschränkte. Es zeigt sich auch hier, wie die Stellung der präsumtiven Söhne Aarons unter uns eine ganz verkehrte geworden ist, und wie das feste Halten am Alten bei völlig veränderten Umständen nur Widersinniges hervorruft. Betrachten wir die vorliegenden Gegenstände nochmals im Allgemeinen, so finden wir ein neues Moment für die Ausbildung des spätem Judenthums, welches zuerst, wie wir sagen mochten, in der poetischen Volksanschanung sich /