Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2929020-2929031-2929035-2931148--1954-2931288- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Brück's rabbinische Ceremonialgebräuche« 419 Fall eines Blutstropfens durch das Hineinlegen von Eisen in die Geschirre zu heilen, nach der bekannten Anziehungskraft, welche die Astrologie den Metallen, den schädlichen planetarischen Einflüssen gegenüber, beilegte, welcher Gebrauch in Capitel 8 behandelt ist. Man findet hier wieder die sonderbarsten Gründe, welche die Kabbalah erdacht hat; angeführt hätte noch der Einsall eines getauften Juden werden sollen (den Wolf in seiner b. In mittheilt), daß dieser Blutstropfen aus den Wunden Jesus' fließe, welchem die Juden sich vergeblich «ntgegenzuwirken bemühen. Capitel 9 bespricht das Wasserausschütten und Händewaschen bei einem Sterbefalle, was offenbar als Folge der Verunreinigung sich im Volke ausbildete. Da nun aber eine solche Verunreinigung nach den gesetzlichen Vorschriften nicht Statt findet, so waren die Nabbinen genöthigt, andere Gründe zu erfinden, bald läppische, bald abergläubische; der erste Gebrauch sollte entweder seinen Grund haben in der Absicht, der Nachbarschaft stillschweigend den Todesfall anznzeigen, oder darin, daß der Todesengel seine Sense im Wasser der nahegelegenen Häuser abwischt, letzterer Gebrauch aber eine Erinnerung an die Ceremonien mit der rothen KUH sein.' Die Amulete bei einer Wöchnerin — Capitel 10 — sind närrischer Geisterspnk, und das Ausfpncken beim Gebete Alenu *) — Capitel 11 — ist alberne Gemeinheit, und Beides ist auch, Gottlob, fast gänzlich aus unserer Mitte geschwunden. Wichtiger sind die Gegenstände in Capitel 7 und 12. Die Jahresrechnung nach dem Monde, von welcher die Feste abhängig waren, machte in der früher» Zeit, wo die astronomischen Kenntnisse noch soweit zurück waren, eine monatliche Beobachtung der ersten Erscheinnngszeit des Mondes nöthig, welche durch Zeugen vor der obersten Behörde *) Uebn'gens ist dieses Gcbetstück in dem Musaphgebete des Neujahrs alt und dort von Maimonides angeführt, was zur Berichtigung von S. 55 dient.