Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 418

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
[Rezension]
Date
1837-01-01
Page
Seite 418 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2929020-2929031-2929035-2931148--1953-2931287
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

418 Receusionen. Freudeergnß, die Zweige nach Beendigung des Zuges wegzuwerfen, wäre nun ein unzeitiges leichtfertiges Beginnen gewesen, der häufige Ausruf: Hosianna, unserm Freuderufe, Heil entsprechend, erhielt nun die etymologische Bedeutung des Anrufes um Hülfe, und der Vorgefundene Gebrauch mußte nun einen andern symbolischen Gehalt erhalten. Was sollte aber das Wegwerfen von Zweigen anders bedeuten als wiederum Wegwerfen von Sünden? Zwar war der Versöhnungstag bereits vorüber, jedoch es war noch nahe genug an demselben, um den Weidentag zu einem Schlußversöhnungstage zu machen, und wußte auch das ganze Alterthum nichts von einer solchen Bedeutung, so mußte sie nothwendig entstehen, obgleich man freilich keine festen, darauf hinzielenden Ceremonien einzurichten wagte. Scheinbar sprach dafür die Stelle der Mischnah (Nosch Haschanah H, 1), wo es heißt, am Laubhüttenfeste werde Gericht gehalten über das Wasser, welche ihre wahre Erklärung durch Thaanith I, 1 ff. erhalt'-'). Neben andern Kleinigkeiten, durch welche man ihm Wichtigkeit geben zu müssen glaubte (vergl. I. l>. A. und Karo Cod. I, 668), entstand nun auch das Wachen in der dazu gehörigen Nacht. Die Kabbalah, welche mit abergläubischen Vorstellungen eine gewisse Innigkeit des religiösen Gefühles verband, konnte nicht umhin, Tage, welche die Phantasie des Volkes nun einmal zu heiligen umgebildet hatte, mit Gebräuchen höherer Weihe und heiliger Vorbereitung zu umgeben. Indem wir den Gegenstand des siebenten Capitels, Monhgebet, bis zum Ende verschieben, so erwähnen wir nur kurz den der Astrologie entstammten Gebrauch, am Anfänge eines jeden Vierteljahres, wo ein Planeteninterregnum Statt findet, nicht Wasser zu trinken oder gar den zu dieser Zeit vermutheten *) lieber die vier Gerichtstage, die sovielfach verkannt sind, später ausführlicher.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.