Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 415 (sequence 3)
- Language
- German
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Brück's rabbimsche Ceremouialgebräuche. 4IS verfallen waren, so gewann sie doch um so mehr Raum, da der eigentliche Grund nicht einleuchtend genug war. Sobald das Fasten aber einmal auf dieses Gebiet der Todesfurcht hinübergespielt worden war, griff es, nach der Schwäche der Menschen, sehr um sich, und die erstgeborenen Knäblein und Mägdlein fanden in den Eltern stellvertretende Faster, und oft achtet die elterliche Liebe noch dieses Fasten weit hoher als manches strenge Gebot.' Aber ein derartiger Aberglaube verdient ernstliche Bekämpfung, indem ein Fasten an sich oder gar ein stellvertretendes den nacktesten Opfer- und Ablaßbegriff in sich schließt. Den zweiten Abschnitt bildet die Abhandlung über die „Frühlingstraner,« d. h. über die Trauergebräuche, welche in der Zeit zwischen Pesach und Schabuoth beobachtet werden." Ihre erste Entstehung haben dieselben wohl abgesehen von dem fast sichtbaren Bestreben , die heiteren Tage der verjüngten Natur durch finstere Askese sich zu trüben — der allmäligen Begriffsbildung über diese Zwischentage zu verdanken. Das Zählen der 49 Tage, zwischen dem ersten Pesachtage und dem Schabuothfeste, welches der Thalmud als biblisches Gebot betrachtet, ließ in den Augen des Volkes diese Tage als solche erscheinen, welche man herumwünscht, wie es noch jetzt im gewöhnlichen Leben heißt, wenn man mit Sehnsucht das Eintreffen eines bestimmten Zeitpunktes wünscht: man aumert wird dieses Zählen genannt von dem Mäßchen neuer Frucht, welches am ersten dieser Tage dargebracht wurde). Herumgewünschte Tagen sind, in Vergleich mit den erwünschten', mühselige und traurige, und äußere Zeichen sollten sie auch als solche bezeichnen. Hieran schloß sich dann die Sage, daß zu dieser Zeit mehre Schüler N. Akiba's gestorben seien, denen hier eine Todtenfeier gebracht werde, wie sie das Judenthum für so viele verehrtere Männer nicht kennt. Da jedoch Nisan im Ganzen als festlicher Monat betrachtet wurde, daher die traurige Zeit erst mit Jjar