Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 414 (sequence 2)
- Language
- German
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414 Recenswneii. Den Anfang macht der Fasttag der Erstgeborenen, d. h. der Gebrauch, daß die Erstgeborenen an dem Vorabende des PesachfesteS sich Fasten auferlegen. Den ersten Keim dazu gab die thalmudische Vorschrift, am Vorabende dieses Festes noch kein ungesäuertes Brod zu genießen, um später mehr Geschmack daran zu haben (j. Pesachim X), und da das gesäuerte Brod nur in den frühem Stunden des Tages erlaubt war, so mußte man sich natürlich des Brvdessenö gänzlich enthalten. Zur Zeit, in welcher noch gestattet war, gesäuertes Brod zu essen, versagten sich dieses und die übrigen Speisen außer dem Brode dann auch besonders Fromme Svpherim 21, 3), wie es Nab Schescheth (b. Pes. 108 a) war"'), um Abends gewiß mit vollem Appetite an den, nach thalmudischer Erklärung, biblisch vorgeschriebenen Genuß der Mazzah (so daß nicht blos gesäuertes Brod zu essen verboten, sondern ungesäuertes zu essen an diesem Abende geboten sei) gehen zu können. Damit nun jede Familie einen solchen besonders Frommen in ihrer Mitte habe, stellte es sich wahrscheinlich als Gebrauch fest, daß der Erstgeboren« faste; diesen Gebrauch kennt sowohl Jer. (a. a. O.), der ihn aber nicht als sehr verbreitet betrachtet, als auch der spätere Tractat Svpherim, der von ihm als einem häufig beachteten spricht. Diese Gestaltung des Gebrauches verleitete zu der irrigen Ansicht, als sei dieses Fasten zur Erinnerung an das Sterben der Erstgeborenen in Egypten, gewissermaßen zur Abwendung dieses Unheiles von den jetzt lebenden Erstgeborenen unter den Israeliten, eine Ansicht, welche nur dem Volksaberglanben ihre Entstehung verdankt, und obgleich sie ganz ohne Stütze war, da ja die erstgeborenen Israeliten niemals der Strafe Von Rabbi a. a, O. des Jerusch, ist es nicht gewiß, ob er gänzlich gefastet, sondern nur, daß er weder gesäuertes noch ungesäuertes Brod genossen habe« Bergt. S. 5, A. lg. So sagt auch Maim. NLH1 6, 12: die alten Weisen genossen am Vorabende des Pesach von den Speisen nicht zur Genüge (jWN ^n)> Hiemit ist auch S. S, Nr, VIl erledigt.