Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 405 (sequence 4)
- Language
- German
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405 2, Landauers Jehovah und Elvhim ersten Zusammenstellerö her, machte die ganze Hypothese ziemlich wankend. Daher schlug man sich bald wieder ganz auf die dogmatische Seite mit neuen Begriffsbestimmungen, bald suchte man beide Ansichten zu verbinden. Unser Vers, hat gleichfalls der dogmatischen Erklärungsweise sich hingegeben, aber mit eigenthümlicher Färbung der Schellingischen symbolisch-philosophischen Schule. Es ist das Verderben dieser Schule, daß sie, mit Verkennung aller geschichtlichen Entwickelung/ in der Dichtung Philosophie, in Erzählungen und Sagen geschichtartig eingekleidete Ideen, in äußern Instituten Symbole und in Gesetzen beständig Erinnerungen an die höchsten philosophischen Wahrheiten findet; sie fragt nie, wie ist dies geworden? sondern warum ist es? sie begnügt sich nicht mit dem einfachen Sinne, den der damalige Standpunct rechtfertigt, sondern sie betrachtet mit ihrem jetzigen philosophisch und mikroskopisch geschärften Auge Denkmale der Vergangenheit und deutet ohne Ende. Dazu findet man natürlich ganz besonders solche Perioden geeignet, in denen die Geschichte sich noch nicht recht orientirt hat, von welchen unsere Kenntniß ziemlich lückenhaft ist, und wo die Phantasie einen weiten Spielraum hat; hiezu hat man besonders die Indier ausersehn, welchen , als einem Urvolke, die Nolle angewiesen wurde, spekulative Theorien zu erfinden, die von ihnen dann zu allen Völkern der Erde verbreitet wurden mit einiger Umgestaltung. Hat nun für die Urgeschichte aller übrigen Völker dieses Verfahren blos einen wissenschaftlichen Einstuß, so wird die Urgeschichte der Hebräer, welche für die Religion von solcher Bedeutung ist, dadurch weit mehr alterirt. Da beweiset ein Jeder, was ihm besonders gut dünkt, und der Schein eines großen Scharfsinnes und eines tieferen Eindringens führt von der Wahrheit ab, die freilich alles Flitters entkleidet ist, vor deren bescheidenem Glanze aber dennoch alle diese Gebilde erbleichen werden.