Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neuhebräische Poesie [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 396 (sequence 21)
- Language
- German
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396 Recensionett. Dichtern: Salomo ben Jehudah Gabirol (um die Mitte des elften Jahrhunderts) und Jehudah ben Salamo Elcharisi (am Anfänge des dreizehnten Jahrhunderts). Kurz werden ihre anderen Leistungen besprochen, um auf ihre dichterischen Werke überzugehen und diese zu charakterisiren. In Gabirol erkennt der Vers. den eigentlichen Anfangspunct und das später oft Nachgeahmte Muster der jüdisch-spanischen liturgischen Poesie» Wenn Kalir's Muse — sagt Hr. D. (S. 15) — Korbe voll Agadah dem Leser präsentirt, aus ihren Inhalt hindeutend, so taucht ben Gabirol'S Muse in das Honigmeer biblischer Bilder , ihre Flügel nur sparsam mit dem Blumenstaube thalmudischer Ideen benetzend und den Leser damit besprengend. Ben Gabirol erscheint uns als ein Mann, kräftig von Geist, zur Schwärmerei (?) geneigt, von nationellen Gefühlen ganz durchdrungen, und belebt vom mosaischen Glauben, mehr ernst als sanft, und streng die Poetische Form beachtend." Treffend und mit Humor ist Charisi geschildert. „Unser Autor — heißt es (S. 26 — gehört zu den Zugvögeln, welche, immer auf Reisen, viele Gelegenheit haben, Personen und Sachen kennen zu lernen. Aus seinen Schriften erhellt genugsam, daß seine Wermögensum stände gerade nicht die besten waren, und auf seinen Zügen setzte er die Börse seiner bemittelten Glaubensgenossen oft in Contribution, deren Gaben der Maaßstab seines ihnen gespendeten Lobes oder seines beißenden Tadels war.... Man sieht es allen seinen Bemerkungen an, daß er nicht nur auf Geist und Herz, sondern auf die Hände starke Rücksicht nahm, wenigstens ist nie vergessen, wenn er einen vornehmen Mann besuchte, anzuzeigen, ob er freigebig oder geizig ist. Gehen wir (S. 33) zur Betrachtung seiner stylistischen Eigenschaften über, so finden wir, daß er, trotz seiner starken Kenntniß der hebräischen Sprache, sich dennoch, bei seiner ausgebreiteten Kenntniß des Arabischen, von seinen Formen hinreißen ließ, manche Eigenthümlichkeit des Hebräischen zu opfern.