Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neuhebräische Poesie [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 395 (sequence 20)
- Language
- German
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1. Neuhebräische Poesie. Dukes. 39» würde über der Menschen Eitelkeit, sondern Wahrheit leite unsere Hand, beim Eingraben der Worte des Gedächtnisses,« weiß der Vers, bei der Behandlung seines Gegenstandes sich eben so sehr von übertriebenem Lobe frei zu halten, welches man so gerne über seine Helden ausschüttet, als von der Verkennung der Schönheiten und gewandten Benutzung des vorliegenden Sprachstvffes, durch welche die Dichter, denen er hier insbesondere seine Aufmerksamkeit zuwendet, Gabirol und Charisi, sich auszeichnen. Ueber den allgemeinen Werth der neuhebräischen Poesie als einer selbstständigen spricht sich Hr. D. zwar nicht aus, jedoch weist ein gelegentlich ausgesprochenes Wort über die Mischnah (S. 2) auf die richtige Erkenntniß hin. „Man kann sogar behaupten — heißt es von ihr — daß dieses Werk zur Bereicherung der Sprache einigermaßen beitrug, wenn irgend eine todte Sprache noch bereichert werden kan n.« Bei dieser Ansicht kann natürlich von einer Fortentwickelung der Sprache nicht die Rede sein. — An der ganzen Darstellung merkt man, daß der Verf. nicht von außen an diese neuhebräischen Dichtungsversuche hinzugelangen sucht, sondern daß er in seinem Gegenstände steht und mit prüfendem Blicke sein Gebiet betrachtet. Sein Bestreben war, wie er sich selbst (Dorw. S. V) darüber ausspricht, nicht umherzufliegen, „um die an den Pfählen angeschriebene Nomenclatur neugierig .zu lesen,« und „eine literarische Knochenlehre zu begründen,« sondern „die Idee zu gewinnen und den innersten Kern herbeizuschaffen.« Ein richtiger ästhetischer Sinn, verbunden mit klarer Anschauung der Verhältnisse, unter welchen die Dichter schrieben, läßt ihn deren Werth gerecht erkennen; dabei aber versäumt er es nicht, durch gelehrte Nachweisungen und Veröffentlichung bisher handschriftlich verborgener Dichtwerke das Gebiet zu erweitern. Die Schrift, als eine Probe für ein größeres, die ganze nenhebräische Poesie umfassendes Werk, beschäftigt sich zunächst mit den beiden ausgezeichneten und fruchtbaren 26*