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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 382

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Neuhebräische Poesie [Rezension]
Date
1837-01-01
Page
Seite 382 (sequence 7)
Language
German
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382 Necenflonen. Daß wir über den Werth dieser Poesie weder mit Hrn. V. Delitzsch noch mit Hrn. v. Martinet gleicher Meinung sind und den von ihnen hochgepriesenen Dichtern vielmehr das tiefempfundene Wort des bescheidenen Sängers meistens zurufen möchten: „wie wollt ihr singen göttliches Lied auf fremdem Boden!" — sieht der Leser aüs dem Bisherigen. Namentlich weichen wir von Hrn. v. Delitzsch sehr ab, welcher in dieser Poesie eine nationale organische Entwickelung erkennen will, und den Traum von einer großartigen Zukunft der jüdischen, d. h. neuhebräischen, Poesie träumt (S. 120). Der Hr. Verf. hat ein zu feines Gefühl, um in den Nachahmungen spanischer und deutscher Juden den Gipfelpunkt hebräischer Dichtkunst zu erblicken; im Gegentheile sieht er unter der Gewandtheit, mit welcher diese Dichter sich ausdrückten, den Mangel an Eigenthümlichkeit versteckt; deßhalb möchte er gerne da, wo die äußern Einflüsse nicht so herrschend waren, in der italienischen und altgermanischen Piutimlitteratur eine eigenthümliche, „nationale" Fortentwickelung der hebräischen Poesie erblicken (S. 41 ff.). Aber diese unterterscheidet sich nur darin, daß in ihr auch nicht die geringste äußere, wahrhaft künstlerische — wenn auch manche künstliche — Form sich zeigt, daß man sich hier die barbarischsten Sprachverrenkungen erlaubte; daß, wenn man dort blos dem Geiste Gewalt anthat, man hier auch den Körper entstellte, ihn anatomirend, die einzelnen Worttheile zu selbstständigen Wörtern erhob und neue Wortbildungen schuf, welche der Hebraismus nicht anerkennt. Diese Schöpfungen waren nämlich nicht Erzeugnisse des innersten Sprachbewußtseins, sondern willkürlich gesetzte Zeichen. — Die Geschichte soll allerdings alle die zahlreichen dichterischen Versuche nach dem Ableben der hebräischen Sprache unter ihre Beleuchtung bringen, dem lebendigen dichterischen Gemüthe, das durch die tobte Form gewaltsam durchbricht, sein Verdienst zusprechen; aber von einer organischen ^.nationalen" Poesie weiß sie nichts,

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