Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Neuhebräische Poesie [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 381 (sequence 6)
- Language
- German
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381 1. Neuhebräische Poesie. Von einer eigenthümlichen jüdischen Poesie kann mithin, nach dem Bisherigen, keine Rede sein; auch die äußere Kunstform — die „Thüren," „Schließer," „Pflocke" als Versmaß, die unzählig sich wiederholenden Reime unter den Arabern, die Sylbenzahl (da die klassische und deutsche Quantität dem Hebräischen ein für alle Mal nicht anfgedrnngen werden konnte, und dieses daher von Juden auch gar nicht versucht wurde*), und die deutsche Art der Reime, unter den Deutschen — war entlehnt. Nur von der poetischen Anlage der Einzelnen, welche unter allen diesen ungünstigen Verhältnissen sich dennoch kund gab, von dem jüdisch-religiösen Charakter, welchen diese Poesien tragen, und der ihnen durchaus nicht benommen werden durste, kann die Rede sein. Wo das Religiöse in den Hintergrund treten sollte, da machte sich die Fremdartigkeit nun gar geltend. Gehört auch das hohe Lied der Liebe mit seinem echt morgenländischen Bilderschmucke zu den althebräischen Schriften, als einziges Denkmal nichtreligiöser Dichtung, und zugleich einer kühnern, weniger an das Judenthum, als an den Orient erinnernden Phantasie: so ist doch die Sprache an sich — und später wurde sie es nur noch mehr — zu sehr eine heilige und reine, als daß wir manchen unedlen Scherz Charisi's, die unkeuschen Spiele Immanuels mit dem „Hörnerträger" und dergl. nicht unwillig abweisen sollten, und auch Neuern ist jedesmal der Versuch solcher Einpfropfung mißlungen. Nicht zu gedenken Bernhard Sch lesin g e r's Göttermaschienerien in einem Heldengedichte zum Lobe der Hasmonäer, zeigt auch in Nr. 6 der hier anzuzeigenden Schriften die Uebersetzung des Schiller'schen «Ring des Polykrateö" (S. 7t. ff.) mit seiner völlig heidnischen Anschauung sich im Hebräischen ganz Haltungslos, sowie die vier Jahreszeiten mit ihren Anwendungen auf die Geliebte (S. 26 ff.) als unpassend erscheinen. Dies hat Hr. 1). Martinet (Nr. 3, S. 536 ff.) richtig erkannt. Ueder die Versuche der Christen, «ergl. Delitzsch S. ir.