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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 379

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Neuhebräische Poesie [Rezension]
Date
1837-01-01
Page
Seite 379 (sequence 4)
Language
German
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1. Neuhebräische Poesie. 37b ergießen. Daß sie die hebräischen Klange wählten, bewirkte eben so sehr ihr Glaube als ihre bürgerliche Lage. An die heilige Schrift war der Glaube geknüpft, und ihre Dichtungen waren weift religiöse, welche also in den alten hebräischen Schriften ihre Anknüpfungspunkte fanden; ihre Stellung aber im bürgerlichen Leben war eine abgeschlossene, die ihnen die Gefühle der Völker, unter welchen sie lebten, niemals so nahe brachten, und die Sprache, die zwar sie selbst im gewöhnlichen Verkehre redeten, zu Zeiten selbst zu gelehrten Werken benutzten, niemals so zum innersten Gute machte, daß sie mit jenen völlig sympathisiren und in dieser den freien Herzenserguß hätten finden sollen. Aber selbst außerdem, daß die hebräische Sprache eine todte war, die spröde und nicht gefügig sich ihnen entgegenstellte, angeeignet, wenn auch recht lebendig angeeignet, aber nicht mit dem Gemüthsleben herangewachsen war, wirkten noch die dem Hebraismus fremden Sitten, Anschauungen, Begriffe, Kunstformen und dergl. störend genug auf die rein hebräische Aeußerung, so daß die sprachliche Form mit dem Inhalte und den übrigen äußeren Formen in einen Widerspruch trat. Und gerade zu den Zeiten, wo eine freie geistige Bewegung den Juden durch eine größere Erweiterung der äußern Grenzen und Zulassen der wissenschaftlichen Bildung geworden war, und so die Entfaltung des poetischen Sinnes möglich machte, drangen auch um so mehr die fremdartigen Bestandtheile ein und stellten sich mächtig dem hebräischen Geiste zur Seite. In Bezug auf die zwei Epochen dieser neuhebräischen Poesie, in welchen sie noch das Beste in ihrer Art hervorbrachte, die spanischarabische im zwölften und dreizehnten Jahrhunderte und die deutsche im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts, traten noch andere hindernde Umstände ein. Die arabische Poesie, an sich schon kühn phantastisch, war damals sehr in Schönrednerei versunken; die hebräische Sprache mußte die gewagtesten Bilderflüge machen und allen spielenden und anspielenden 25-

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