Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zwei die Frauen betreffende Gebräuche
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 368 (sequence 15)
- Language
- German
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368 IV. Zwei die Frauen betr. Gebräuche. du nach deinem Wunsche." Auf andere Weise ist die Stelle im Jalkut (I, 707) erweitert, wo es heißt: „Die Anordnung bei der verdächtigen Frau giebt den Töchtern Israels die Lehre, daß sie das Haupt bedecken sollen; der V. (2 S. 1Z, 1.9): Thamar nahm Asche auf ihr Haupt und zerriß das bunte Gewand, welches sie um hatte, ist, wenn auch kein Beweis, doch eine Andeutung dafür," wo «vir freilich nicht einmal eine Andeutung finden können. Aus allen diesen Stellen geht nun nicht mehr hervor, als daß das Bedecken des Hauptes für die Frauen eine Regel der Sittsamkeit war, die rein nach Gebrauch und Sitte sich richtet. Dieses Gebrauches erwähnt auch Paulus in seinem ersten Briefe an die Korinther (11, 5 und 6) , wo er es für eben so unschicklich hält, daß eine Frau beim Gebete oder in prophetischer Begeisterung unbedeckten Hauptes sei, als wenn sie das Haupt geschoren habe; hier aberfindet sich schon eine Beschränkung auf heilige Zusammenkünfte. Ueberhaupt scheint diese Sitte den alten Völkern eigen gewesen zu sein, so daß eine Frau, welche unbedeckten Hauptes ansging, von dem Manne verstoßen werden durfte; vergst unten unter IV. III. Geben wir jedoch auch zu, daß dieser Gebrauch die Kraft einer gesetzlichen Bestimmung habe, so hat dieselbe doch keineswegs die Ausdehnung, welche ihr jetzt gegeben wird, a) Das ganze Verbot beschränkt sich auf das öffentliche Ausgehen mit entblößtem Haupte. Im Hause, im ganzen HanSgebiete, ja selbst bei dem Gehen von einem Hausgebiete in ein anderes, wenn dies nur nicht durch eine frequente Straße geschieht, findet es die Gemara (Kheth. 72 K) für lächerlich, der Frau ein Gebot aufzuerlegcn, sich der Kopfbedeckung zu bedienen, und zwar wird nicht blos eine vollständige Kopfbedeckung für überflüssig erachtet, sondern selbst die korbartige Haube, welche dort als bereits biblisch geboren vorausgesetzt wird, gilt an jenen Orten als ganz uunöthig (vergl. Thos. das.). Hiemit stimmen nun auch alle