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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 362

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Zwei die Frauen betreffende Gebräuche
Date
1837-01-01
Page
Seite 362 (sequence 9)
Language
German
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362 IV. Zwei die Frauen betr. Gebräuche. (Niddah C. 10 § 3) zu berücksichtigen, welcher, indem er gegen eine Erschwerung des Abraham ben David austritt, sich so ausspricht: „Ich weiß nicht, wo sich diese Erschwerung im Thalmud findet..., wir aber haben uns nur an daS in ihm Verzeichnet^ zu halten; will ein ausgezeichneter Mann -aus besonderer Vorsicht in der Ausübung sich selbst eine-Erschwerung auferlegen, so mag er es immerhin für sich thun, es aber niemals niederfchreiben, um es den kommenden Geschlechtern als Verpflichtung aufzuerlegen. Finden wir ja im Thalmud viele Erleichterungen, welche getroffen worden sind, um den Frauen eine Wiederverheirathung eher möglich zu machen; wie sollte nun jemand nach eigenem Gutdünken Erschwerungen auferlegen dürfen, ohne deutliche Beweise dafür aus dem Thalmud anzuführen— Maimonides aber sagt in seinem Briefe an die Gelehrten Marseilles: „Niemals war (vergleiche die folgende Abhandlung). Dieser Umstand, daß man ein Scheidungszeichen damit beabsichtige, wird zwar niemals als Grund angeführt, da in ihm ja nichts Gesetzliches liegt; aber wer dem Festwerden der religiösen Gebräuche im Leben nachgeht, findet leicht, daß dieselben sehr häufig aus ganz andern Veranlassungen sich gebildet haben, als diejenigen sind, welche man ihnen nachher, da man anfing, genügende gesetzliche Gründe für sie aufzusuchen, unterlegte und zu seinem Zweck unterlegen konnte. Hiezu kam denn noch, daß die spätere Kabbalah, welche überall eine» Spuk mit unsauber« Geistern trieb, in dem neuen Haarwuchse während der Menstruationszeit auch einen Aufenthaltsort djeser ihrer Lieblingsgeschöpfe sah und denselben daher wegzuschaffen befahl (vergl. unter II); neue Verwirrung brachte LaS Mißverständniß mit dem Abscheeren der Haare des Proselyten (vergl. unter I), und so ist eS sehr natürlich, daß schon am Ende des sechszehnten Jahrhunderts (vergl. das. Anm.) dieser Gebrauch ziemlich allgemein verbreitet war, ohne daß er freilich daS Glück gehabt hätte, gleich so manchen andern seiner Gattung, in die Schriften der spätem Bereicheret des JudenthumS als verpflichtend einzuwandern. Interessant bleibt eS immer, dieses mühsame Aufbauen, wie eS von einem Sandkornchen beginnt, in der Geschichte derartiger Gebräuche zu verfolgen. G

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