Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zwei die Frauen betreffende Gebräuche
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 360 (sequence 7)
- Language
- German
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36V IV. Zwei die Frauen betr. Gebräuche. Schmuckes bedienen, damit sie sich die Liebe des Mannes erhalte. Selbst in den Zeiten ihrer Menstruation sott sie dessen nicht entbehren (Schabbath 64 a und Karo Codex II. 195, 9), und eben so in der Zeit, welche unmittelbar auf die sieben Trauertage wegen des Todes eines nahen Anverwandten folgt, ist einer Ehefrau ein jeder Schmuck wie gewöhnlich gestattet, obgleich Andre sich noch Vieles entziehen müssen (Karo Cod. II. 381, 6). Demnach genügt schon vollkommen der Umstand, daß das Scheeren des Haupthaars der Frau in den Augen ihres Mannes einen Reiz entzieht — was ja auch der Thalmud urgirt, — um diesen Gebrauch als einen ganz ungeeigneten und religionswidrigen zu betrachten. III. Fragen wir jedoch nun, wieso man darauf gekommen, diesen höchst anstößigen Gebrauch einzuführen oder doch zu bekräftigen, so giebt uns das leider nur in zu vielen Fällen ersichtliche Verfahren der Gemeindeführer zur Genüge traurigen Ausschluß. Dieses Verfahren besteht darin, niemals nach Grund und Quelle der Gebräuche zu fragen, ganz unbekümmert darüber zu sein, ob sie in der Schrift oder Tradition ihren Grund haben, ja sogar, ob sie von irgend einem, selbst der späteren, Gesetzlehrer ausgenommen oder ob sie blos von Schwachsinnigen erfunden sind; die Gewohnheit ist die Göttin dieser Männer, eine jede Albernheit wird durch den Satz: »der Gebrauch unter Israel ist religiöse Lehre," zu einem Gebote erhoben; „haben es ja auch meine Eltern so gemacht, thut ja die ganze Welt so, bin ich eS ja von Jugend an gewohnt; der und der hat es so eingerichtet, und wer möchte nach ihm noch darüber grübeln,« das sind Sätze, die jeden Einwand Niederschlagen*). Nun mag dieser Erst neulich (wurde mir von einem Wahrheitsliebenden berichtet) wurde einer der bekanntesten Rabbinen Ungarn's über den bei Einigen üblichen Gebrauch, den Nabel des neugeborenen Knableins während des Beschneidungsmahles einzuräuchern, gefragt, und ihm bemrrkiich gemacht, man solle das Volk wohl vor einem solchen