Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Zwei die Frauen betreffende Gebräuche
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 359 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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3S9 s,. Das Abschneider! des Haares. dem vorgeschriebeneu Abscheeren des Haupthaares der Erbeuteten sei, gibt der Thalmud ausdrücklich an (Jebamoth 48 a; Jelkut 1.925); diese Meinung adoptirt gleichfalls Salomo Isaak zu V. 15"). — Das Abscheeren des Haupthaares wird demnach als eine Entziehung der weiblichen Schönheit betrachtet. Nicht minder ist es aber auch, nach thalm. Begriffen, eine Schande. Unter den Plagen nämlich, welche über das weibliche Geschlecht verhängt wurden wegen der Sünde Eva'ö, wird (Pirks R. Elieser o. 14) auch aufgeführt, daß die Frauen das Haar nicht scheeren, sie müßten denn sich eines Ehebruches schuldig gemacht haben. Diesen Ausspruch nahm sich Simon ben Zemach Duran bei einem Falle, der ihm mit einer buhlerischen Frau vorgekommen, zum Maßstabe, indem er u. a. ihr auch das Haupthaar scheeren ließ (vergl. dessen Gutachten Thl. III, Nr. 191 und die Bemerkung seines Sohnes hiezu). Und diese Schmach sollte nun allen würdigen Ehefrauen in Israel widerfahren? Derselbe Begriff nämlich, welchen die Thalmudisten und Rabbinen mit dem Haarabscheeren verbanden, findet eben so auch'in unfern Gegenden Statt, wo dies als Strafe der Buhlerinnen bestimmt ist""). — Die Kabbalah des Isaak Luria findet sogar in dem Abscheeren des Haupthaares bei Frauen ein großes Verbrechen und verbietet es nachdrücklich (vergl. Nathan Spiro in nviwAN , Ben. 1660 35.!,); nur diejenigen Haare, welche etwa vom Anbeginne der Menstruation bis zum Baden gewachsen sein möchten, solle die Frau scheeren. — Abgesehn nun aber von dieser kabbalistischen Ansicht, abgesehen auch von dem Zeichen des Schimpfes, das in diesem unbegründeten Gebrauche liegt, genügt schon der Umstand, daß er dem Weibe eine Zierde entzieht, um ihn, nach thalmudischer Ansicht, völlig unstatthaft zu machen, da diese immer an dem Grundsätze festhält, die Frau solle sich des *) Deßgleichen Samuel ben Meir zum a. V. u. E. E. zu V. 12. G. **> Vergl. noch Paulus an Lie Korinther I, 11, s und 6. G.