Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Gottesstaat
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 348 (sequence 17)
- Language
- German
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348 II. Der Gottesstaat. nicht dis Klopffechterei die Tapferkeit ausmacht; denn weder ein Wolf noch irgend ein anderes reißendes Thier wäre geneigt, für etwas Edles zu kämpfen. Dergestalt muß das Edle und nicht das Thierische vor allem Andern herrschend werden.« Wir wären sonach durch eine naturgemäße, geistige Entwickelung der Idee einer Staatsoerfassung emporgestiegen aus dem niedrigsten Standpunkte, dem kriegerisch-industriellen, durch den höher entwickelten organisch-harmonischen, bis zu dem, durch einen mächtigen Geistesaufschwung hervorgerufenen, dem human-stttlichen. Wir haben, wie schon oben bemerklich gemacht, eben durch diese Stufe, die letzte, die durch spontane Wirksamkeit der menschliche-! Vernunft erreicht wird, uns zu dem Gipfel erhoben, über welchen kein Gedanke menschlicher Natur mehr hinausreicht. Wir haben nunmehr jene angekündigte Staatsverfassung zu erwarten, die so wenig in einer Selbstentwickelung des Menschen begründet ist, daß sie vielmehr nur durch eine totale Umwandlung seiner in ein rein geistiges Wesen, durch eine Art Neugebnrt ins Leben treten kann, des Tief-thierischen zu einem Göttlichen, der Gebundenheit an Gesetze des Natnrmechanismus in ein Leben des Geistes und der Freiheit höherer Art und Würde. So wie der Raub- und Gewerbestaat die niedrigste Stufe der Staatsbildung darstellt, so stellt dieser Gottesstaat das diametrale Gegentheil desselben, das absolut höchste Staatsleben dar; es tritt eine totale polarische Umkehrung der Verhältnisse ein, die Theokratie, die ganz dem Gegensätze zwischen der natürlichen Anlage und der geistigen Bestimmung des Menschen entspricht, wie dieser im Abschn. II. dieser Abhandlung auseinander gesetzt ist. Die Verhältnisse, in welchen die vier staatsbildenden Ideen sich gegen einander befinden, sind nun 1) der Art, daß sie der Reihe nach wie Stufenbilduugen sich aus und nach einander entwickeln, und sodann 2), daß sie in zwei Paaren