Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Der Gottesstaat
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 340 (sequence 9)
- Language
- German
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340 11^ Der Gottesstaatr - - Lesenwir die klaren, unverfänglichen Ausspruche des alten Testaments und betrachten wir die Institutionen der Offenbarung in-gewissenhafter Ableitung aus jenen Heilsregelu, und wir werden eben so gut vor der Beschränktheit Salvadorö, wie vor der Lästerung Leo's gesichert bleiben» Es heißt, (exost. XIX. 3): „So sprich zum Hause Jakob, und rede zu den Kindern Israels: Ihr habt gesehen, was Ich Mizraim gethan, und wie ich euch auf den Schwingen des Adlers getragen und gebracht zu Mir. Und nun, wenn ihrmeine Stimme Hort und meinen Bund bewahret, so seid ihr -mein Eigenthum (n^t,2 - paeulium nach Michaelis) vort allen Völkern; , denn Mein ist die ganze Erde. Ihr aber sollt mir bilden einen Staat von Priestern, und sollt ein heiliges Volk sein." (Hier merke man wohl, daß dies Mort, Gottes , dieser Beruf Israels zum Prieftervolke unmittelbar, auf die erste Verfassungsgeschichte folgt, von der schon mehrsach die Rede gewesen , nämlich die, welche nicht von Mose und- Gott, sondern von Jethro -- dem Priester Midians, ausgegangen ist; sie betrifft bekanntlich die höchst wichtige Rücksicht einer Politeia, nämlich die Eintheilung des Volkes und Einsetzung von Richtern.) Der eigentliche wahrhafte Beruf Israels zur Priesterschaft im- Staatsleben ist der göttliche -Beruf, dem ausdrücklich jener Anfang der politischen Organisation , und von -ihm unabhängig, vorangegangen ist; es ist also keine Abhängigkeit des einen von dem andern, geschweige denn ein tieferes Verhältnis; zwischen Beiden, darzuthun. Jedes Volk, welchen Gott es immer verehren mochte, konnte und mußte sogar sich auf eine ähnliche Weise constitniren, und es nimmt uns immer mehr Wunder, wie Mose erst seinen Schwiegervater abwarten mußte, bevor er diese einfache Einrichtung treffen konnte, da er doch schon in Egypten eine viel besser gegliederte gekannt haben mußte, oder es wäre mit seiner vielbesprochenen-herrlichen egyptischen Erziehung nichts, gar nichts, kaum eine mißlungene Fiction!