Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 338

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Der Gottesstaat
Date
1837-01-01
Page
Seite 338 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2929020-2929031-2929035-2931141--1860-2931207
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

338 II. Der Gottesstaat. sie nach der Insinuation Leo's ein Gewebe des Priestertruges ist. Die Priester hätten sich sonst wohl besser eingerichtet; wir sahen es, daß sie sich sonst wohl darauf verstanden? Hier war ja schon durch die Verkeilung des Gruudeigenthumes dafür gesorgt, sie vom eigentlichen Besitze als Hinderniß ihrer Function und Bestimmung, entfernt zu halten. Wo hatte sie Pfründen, Abteien, Klöster, wo war ihr Capitol, wo ihr Paraguay? Von einer Hierarchie in der mosaischen Verfassung zu reden, verräth eine eben so große historische Perversität, als scientifische Verstockung, die nur ein pöbelhafter Judenhaß im großen Historiker zu erklären vermag. VI. Wesen des Gottesstaates. Nachdem nun die beiden niedrigsten Standpunkte von der Staatsverfassung, der Salvador-Leo nische und der Platonische, ihrem Werthe und Wesen nach beleuchtet und nächstdem beseitigt worden, geht unser Weg weiter zur Darstellung des Gottesreiches in seiner Wahrheit, zu welcher wir, wie in den ersten Capiteln bestätigt ist, durch die Staatslehre des Aristoteles allein den Uebergang zu machen im Stande sind. Denn mit dieser Lehre gestaltet sich ein Gegensatz zu den genannten zwei niedrigsten, wie das organischmechauische Leben zum freien geistigen einen Gegensatz darstellt. Die tiefste unterste Menschennatur repräsentirt sich in der Skepsis Salvadors; die irdische organische Dynamik in der Lehre Platons. Nun erhebt sich Aristoteles mit einem großen Aufschwung über alle irdische Abgeschlossenheit, und sein Genius trägt ihn empor zu ethischen Regionen von solcher Klarheit und Reinheit, daß der philvsophirende MensiH an dieser Markscheide seinen Wanderstab ruhig hinlegt, weil er die Grenze seines geistigen Strebens vor sich sieht. Seine vernunftmäßige Grenze ist in dieser Beziehung von Aristoteles gezogen, deren Charakter im Praktischen das Gleichm a ß ist. Das Ueberschreiten dieses Gleichmaßes im praktischen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.