Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die Rabbinerzusammenkunft
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 327 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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ein Sendschreiben. ' 327 und machen die Durchdringung der Wahrheit weit leichter, als eine laue, widerstandslose Aufnahme, und so müssen wir auch die Befehdung als ein Mittel, wodurch der Geist der Wahrheit seine Verherrlichung feiern will, freudig ertragen.— Glauben Sie auch ja nicht, daß gerade-die Gegenstände, um die es sich hier handelt, die das Privatleben des Juden berühren, auf eine so entschiedene Opposition im Volke treffen werden, als z. B. die Veränderungen im öffentlichen Gottesdienste. Während dieser einem Jeden aufs genaueste bekannt, eine jede Aenderung in ihm daher sehr auffällig ist, er immer vorkömmt, man mit dem Cultus und dessen Ritualien unmittelbar Pflichten gegen Gott auszunben, durch deren kleinste Veränderung aber auch Gott unmittelbar zu verletzen glaubt, derselbe ferner gemeinschaftlich gehalten und der Dissentirende in der Verrichtung desselben nach seinen Ansprüchen gestört wird, wenn Aenderungen vorgenommen werden : so sind solche einzelne Fälle nicht so im Detail bekannt, was ja eben die Anfragen veranlaßt; kommen sie zu unbestimmten Zeiten vor, und es hat sich darin schon ein ziemliches Schwanken bemerklich gemacht. Der Eine erlaubt sich dies, der Andere jenes, und wenn mehre Rabbiner sich gleichlautend über verschiedene Dinge ausgesprochen haben, so überläßt man es dann deren Gewissen, die Aenderung geht geräuschlos ins Leben über und löset die Bande der Formenstarrheit. Und sollte der Eine und der Andere diesem Ausspruche dennoch nicht trauen wollen, nun so mag er einem Andern die Entscheidung über seine zweifelhaften Fälle überlassen; ich gestehe Ihnen, daß ich dies niemals als eine Verminderung meiner Amtsthätigkeit betrachten werde. Aber, so wenden Sie weiter ein, es wäre doch wenigstens weit besser und erfolgreicher, wenn Rabbiner dev verschiedensten Ansichten sich vereinigten und über einige nothwendige Umgestaltungen übereinkämen; sollte auch der Umfang derselben und der innere Gehalt geringer sein, so wäre doch das größere