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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 315

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Die Rabbinerzusammenkunft
Date
1837-01-01
Page
Seite 315 (sequence 3)
Language
German
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ein Sendschreiben. 315 geworden und nicht befruchten kann. Gerade dadurch, daß das Judenthum auf eine Gesinnung, welche so kräftig ist, daß sie in allen Lagen des Lebens sich in entsprechenden Werken äußere, das Hauptgewicht legt; dadurch ferner, daß es noch zur Erweckung und Belebung dieser Gesinnung einige zeitgemäß anregende Formen für zweckmäßig hält: hat ein Formglaube und Formdienst wuchernd sich eingeschlichen, der in den Handlungen nicht die Erzeugnisse einer löblichen, freisittlichen Gesinnung sieht, sondern nothwendige Eesetzesbeobachtungen. Man legt denselben bald einen selbstständigen Gehalt und Einfluß auf die Weltordnung, gewissermaßen eine zauberische Macht, bei — ein abergläubischer Formendienst, wie ihn die verkehrte Käbbalah lehrt —übernimmt bald aber dieselben geradezu als die unabänderlichen Aussprüche des in seiner Allherrschaft über uns verfügenden und nach seiner absoluten Macht unser geistiges Wohl von Frohndienst abhängig machenden, nicht des heiligen, unsere innere Selbstheiligung bezweckenden, Gottes mit zitternder Furcht ein Heidenthum und Götzendienst, welche nur zu gewöhnlich in unserer Mitte angetroffen werden. Solche Gebundenheit kann aber im Allgemeinen keine wahrhaft freie, menschliche Sittlichkeit neben sich dulden. Die freie sittliche Entfaltung der menschlichen Gemüthsanlagen, die wahre Verehrung des heiligen Gottes in dem Streben nach Selbstheiligung muß nothwendig zu ihrer Voraussetzung das Bewußtsein haben, daß nur in der geistigsittlichen Selbstthätigkeit das Heil des Menschen liege, daß in seinem Wirken und Streben einzig und allein Werth enthalten sei, wenn es in felbsterkanntem Zwecke der innern Vollendung und der Vervollkommnung der Nebmgeschöpfe unternommen werde. Sobald das Muß, die niemalige Uebertretbarkeit von Formen, welche entweder im Allgemeinen oder in einzelnen Fällen keine Kraft der Anregung besitzen, hinzutritt , wird das freie sittliche Bewußtsein des Menschen 21 ''

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