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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 3 · p. Seite 314

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 3
Article
Die Rabbinerzusammenkunft
Date
1837-01-01
Page
Seite 314 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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3l4 I. Die Rabbinerzusammenkunft, entfremdet hat, Das Judenthum ist durch seine Propheten und Verkünder mit der entschiedensten Kraft allem äußeren Werkedienste und allem »eingeübten Menschengebote" entgegengetreten, hat dem Heidenthume gegenüber jedes äußere Gepränge für eitel erklärt, alles Unsittliche von vorn herein, als dem göttlichen Wesen des Menschen nothwendig widerstrebend, abgewiesen; es verehrt in Gott vorzüglich den Heiligen, dessen wahre Verehrung in der Heiligung des eigenen Denkens und Lebens besteht. Seinem Principe nach spricht es sich eben so entschieden gegen die eine Form des Christenthums aus, welche gewisse Werke, die nichtein reiner Erguß des inner» sittlich frommen Lebens sind, zur Seligkeit für nothwendig erklärt, wie gegen die andere Form desselben, nach welcher der Mensch nicht durch eignes freies selbftthätiges Streben und Wirken zur Selbstheiligung als fähig betrachtet wird, sondern theils durch ein besonderes der Geschichte anheimgefallenes Ereigniß mit einem fremden Individuum, theils durch eine ihm eigentlich gar nicht zukommende und nur durch passives Hingeben und zerknirschte Anerkennung der eignen Sündhaftigkeit zu erwerbende Gnade Gottes in einen innerlich beruhigten Zustand gesetzt zu werden vermag. Des Judenthums Wesen ist freie Entfaltung der innern sittlichen Kraft, die Anerkennung des-Menschen in seiner Würde, die nicht in seiner vollendeten Güte besteht, sondern gerade in der Kraft, mit welcher er die gute Anlage dem ihm nothwendig, als einem unvollkommenen Geschöpfe, das nicht Gott ist, anklebenden begehrlichen Wesen überlegen macht und sie als Siegerin ausbildet; sein Streben und Wirken muß daher aus freier sittlicher Ueberzeugung entspringen, und in dem Kampfe, der sein Beruf ist, liegt eben so sehr das Bewußtsein der eignen Würde, wie die Nothwendigkeit, seine Unvollkommenheit demnthig anzuerkennen. — Diesem jüdischen Kerne hat aber die Trauer der Zeiten eine ungeheure Masse von Schalen angehüngt, so daß er unkenntlich

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