Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 306

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Süddeutsche Staaten [Nachricht]
Date
1837-01-01
Page
Seite 306 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2929020-2929031-2929034-2930944--1817-2931116
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

306 Nachrichten das Bemühen jedes Einzelnen um Selbstbefferung — die Bestimmung dieses Tages — am sichersten gefördert wird: so wird dennoch die Predigt durch so manches kräftige Wort sich den Beifall aller verständigen Leser, denen wir sie jetzt noch empfehlen, erwerben. — Nicht aber durch die Herzählung der Einzelheiten, welche geschehen und zu erwarten sind, nicht durch die Angabe der Verordnungen läßt sich der allgemeine Fortschritt verbürgen, sondern weit mehr durch die umsichtige Wahl der Personen, welchen die Leitung übertragen wird, durch eine gehörige Beaufsichtigung derselben. Auch bei den jüdischen Angestellten ist, wie. überhaupt in diesem Lande, die Verordnung, daß sie die ersten zwei Jahre die Functionen als Verweser zu verrichten haben, und nach Verlaufe dieser zwei Jahre eine nochmalige rein theologische Prüfung abgehalten wird, die ihnen erst die definitive Anstellung sichert. Es sind daher auch vor Kurzem drei Rabbinatsverweser von dem V. Maier, dem immer noch ein anderer Rabbiner des Landes beigcsellt wird, dies Mal der Rabbiner Adler in Oberndorf, geprüft worden, und, wie'man hört, soll dieses Examen.sehr durch verwickelte radbinisch-casuistische Fragen erschwert worden und wirklich einer der Examinanden nicht bestanden haben. Ein Waisenverein besteht schon seit vielen Jahren im Lande und wirkt sehr gesegnet;., unter sovielen wackern Anregern und Beförderern dieser Anstalt verdient der thätige Director, Herr v. mell. Dreifuß, eine besonders rühmliche Erwähnung. — Die Gleichstellung der Rabbiner mit den christl. Geistlichen in der Rangordnung — nur daß diese jenen vorgehn in Fällen, wo sie sich beisammen finden — ist ein neuer Beweis, daß man hier nicht die den Juden zuertheilten Rechte als eine kärgliche Gnade, sondern als ein ihnen gebührendes Recht betrachtet. — So ist nun für dieses Land manches Schöne geleistet, Manches vorbereitet, Manches ist als nothwendige Folge der bisherigen Einrichtungen zu erwarten; daß noch Vieles zu Lhun übrig bleibt, verleugnen wir uns keineswegs, und namentlich möchten wir den Rabbinern ein planvolles, kräftiges, wenn auch umsichtiges und besonnenes Verfahren immer mehr empfehlen. Wenden wir uns zu der freien Stadt Frankfurt hin, so begegnen wir einem Gemeinwesen,, welches die geeignetsten und trefflichsten Elemente m sich vereinigt, aber sie leider noch nicht zu einem organischen Ganzen verbunden hat und auch das Streben nicht zeigt, sie zu verbinden^ Die Wohlhabenheit der Gemeinde im Ganzen, die großen Mittel in den Händen. Einzelner, der rege Sinn für Bildung und Kenntnisse unter allen Elasten, die Bereitwilligkeit, für alles Gute und Löbliche beizusteuern, wenn es nur von der rechten Seite angeregt wird, die große Anzahl gelehrter Männer jüdischen Glaubens, welche diese Stadt in ihren Mauern versammelt hat, die Tüchtigkeit des Schulwesens, die Leitung der Gemeindeangelegenheiten in

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.