Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Süddeutsche Staaten [Nachricht]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 305 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichte». 305 öle Stellen d'ek gänzlich unyützm Subjecte entledigten, alle Lehrstellen nun tüchtig besetzt sind, eine Oberkirchenbehörde, bestehend aus zwei Prälaten, dem Rabbiner von Stuttgart (Herrn v. Maier) und mehren jüdischen weltlichen Mitgliedern — wozu jedoch noch ein jüd. Theolog hinzukommen soll-"-, welche unmittelbar unter dem Ministerium steht, die Angelegenheiten mit Energie und Thätigkeit leitet, selbst das Gemeindewesen in dieser seine überwachende Behörde findet, und nur ruhigem Schritte die Vorbereitungen zur religiösen Veredlung geschehen. So ist in der neuesten Zeit ein Gesangbuch für alle Synagogen des Landes ausg.earbeitet worden, hiemit der deutsche Gesang in die Synagoge eingesirhrt/ und es läßt sich demselben, das um Ziemlich wohlfeilen Preis Text mit Melodien liefert, Zweckmäßigkeit nicht absprechen, wenn es auch gerade nicht auf Neuheit und besondern poetischen Gehalt Anspruch machen kann. Ebenso ist ein Spruchbuch erschienen, dessen erste Ordnung „Sprüche über die Geschichte des Volkes (?) Israel" bietet, wo für die einzelnen bedeutenderen Erscheinungen selbst in der Periode des zweiten Tempels Bibelsprüche den religiösen Standpunkt angeben sollen und m einer letzten Nummer für das „weitere Schicksal des Volkes (?) Israel auf Zer. 32, 42. hingewresen wird; hier stößt uns das Volk unangenehm auf. Die folgenden Ordnungen erläutern auf gleiche Weise die Religions- und Pflichtenlehre. Wenn da auch Sprüche aus den apokryphischen Büchern eine Stelle finden, so mag Dies, wenn, wie hier geschieht, dieselben abgesondert werden von den eigentlich biblischen, nicht gerade einem Tadel unterliegen. Auch ein neues Religionsbuch ist ausgearbertet und liegt dem Ministerium zur Bestätigung vor. — Der Eultus hat bereits jetzt eine schönere Gestalt gewonnen; jedoch die eigentliche Verbesserung desselben beruht auf der Einführung der Synagogenordnung, welche gleichfalls der Bestätigung des Ministeriums unterliegt. — Wir gedenken hier auch sogleich einer Predigt, welche am vorletzten Versöhnungstage von Herrn v. Maier gehalten und durch den Druck (Stuttg.- Brodhag. 1836. 46 S^ kl. 8.) veröffentlicht wurde. „Welche Hindernisse haben wir aus dem Wege zu räumen?" ist das Thema, welches aus dem Texte Zes. 57, 14 ff. — die Prophetenlection beim Frü'hgottesdienste, welche für das ganze Land als Predigttext bestimmt ist — feinen einzelnen Lheiten nach hergeleitet und entwickelt wird. In eindringlicher Weise wird im ersten Th eile als Unglück und Hindermf der Mangel an Glauben unter der Jugend, der „Aberglauben unserer Alten" und die aus beiden entstehende Verwilderung der Gemeinden bezeichnet, Und in dem zweiten Lheile werden Mittel, diese Hindernisse wegzüräumm, angegeben. Ist auch die Ausführung speeiellerer Gegenstände für die Predigt geeigneter und ihres Erfolges sicherer z ist auch der Versöhnungstag mehr bestimmt zur Einkehr als zur Betrachtung des allgemeinen Zustandes in Israel, der durch Jüd. Zeitschr. IIL. Bd. 20