Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Süddeutsche Staaten [Nachricht]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nachrichten. 307 den Händen einsichtsvoller Männer: was kann nicht aus dem Zusammenwirken und zweckmäßigen Jneinandergreifen dieser Elemente Großartiges und Heilsames entstehen! Und wirklich sind daselbst manche einzelne vortreffliche Anstalten zu Stande gekommen. Der Gang der eomplicirten Verwaltung, wie er deutschen Freistädten eigen ist, und die verschiedenen bürgerlichen Einzelinteressen, die alle ihre Vertretung in derselben finden, lassen allerdings ein rascheres, durchgreifenderes Verfahren, in der Besserstellung der Juden nicht zu, und hat der Streit der jüdischen Gemeinde mit der Stadt über die von dem Fürsten Primas erkauften Bürgerrechte ein Jahrzehend . gedauert, bis er vermittelt wurde, so kann man sich gerade keinen sanguinischen Hoffnungen hingeben, wenn man der freiwilligen Uebe^gabe von weitern Rechten und Freiheiten — welche endlich dem vollständigen Rechte und der vollständigen Freiheit sich annä'hern werden — entgegensieht. Dennoch ist einerseits der engern Verbrüderung der deutschen Staaten, welche die starre Jsolirung jedes Bezirkes nach Außen immer mehr aufhebt und daher auch im Innern die einzelnen Schranken nothwendig untergräbt und einen großartigeren Sinn erzeugt, wie andererseits der humanen Gesinnung der Behörden und der aufgeklärlen Denkungsart der höherstehenden Christen, sowie dem erfreulichsten Gedeihen wahrhafter Bildung unter den Juden zu vertrauen, daß gerade hier die Abgränzungen von selbst sich ablösen und aus dem Leben in das Gesetz — wie . anderswo umgekehrt — die Annäherung und Gleichstellung übergeht. So wurde auch vor Kurzem hier die Beschränkung des Handels >— eine Maßregel, welche in einer Handelsstadt an sich ungeeignet ist, in Frankfurt aber bei der anerkannten Rechtlichkeit der jüdischen Bewohner gar keinen Nechtsgrund für sich ausweisen kann — völlig aufgehoben. — Unter den segenvoll wirkenden Anstalten heben wir besonders den „Verein -zur Beförderung der Handwerker unter den Israel. Glaubensgenossen" hervor. Bereits am Ende des I. 1822 wurde die Sache von Herrn v. Weil angeregt, also ehe noch in Frankfurt selbst den jüdischen Einwohnern die Ergreifung eines Handwerkes gestattet war, und im 1.1823 war derselbe schon in voller Lhätigkeit, da sich seine Wirksamkeit nicht auf die Stadt, für die damals diese Hülseleistung unnütz gewesen wäre, beschränkt, sondern über sechs Stunden im Umkreise erstreckt. Mit dem Sept. 1824 konnte derselbe auch dem Sitze des Vereines selbst zu Gute kommen. Schon im I. 1825 hatte der Verein über eine jährliche Einnahme von mehr als zweitausend sieben hundert Gulden zu verfügen, und nach dem eilsten, dem letzten uns vorliegenden Berichte betrug die Einnahme vom 1. Sept. 1835 bis zum 1. Sept. 1836 die Summe von 3004 fl. 20 kr., und verwendet wurden 3029 fl. 49 kr., so daß mit dem Betrage des vorjährigen Saldo's als Ueberschuß verblieben 1352 fl. 39 kr. Ein Verein, der über solche 20 -