Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 295 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2929020-2929031-2929034-2930943--1804-2931105- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Nachrichten. 295 eine größere Freiheit kn der, höhern biblischen Kritik bewahrt, um so mehr, da selbst'in dev-neutestamentlichen höhern Kritik der Meister, mit einer Kühnheit :z'u'Merke ging, die' man)mllerdings, wie so Vieles in diesem etwas mthselhasten Manne, nicht ganz -mit-seinen andern ausgesprochenen lieberzeugungen in Einklang zu bringen wußte - die aber dennoch von den Anhängern in-'ähnlicher Weise gehändhabt wurde. Wahrend wir daher Herrn v. Umbreitdie erste Frage mit Entschiedenheit, wenn auch. .vermittelnd, bejahen grsehen Haben,'so tritt er bei der zweiten mehr , auf die Seite ,Derer, welche eine spätere Abfassungmancher Schriften behaupten, obgleich mjt Liebe die'Lichtseiten der Vertheidiger-der alt-orthodoxen Ansicht hervorhebt und sich-im Ganzen fast referirend verhält. Es werden uns demnach/ hier die ),hist. Mt. Forschungen -über ^. 5 Bücher. Moses" von Hartmann, die „Untersuchungen über den Pentateuch von Ränke, die Arbeiten über die Chronik von Keil, Kleinert und Movers (wo man ungern die Anführung 'der ZAn zsschen Leistungen ,! welche neuerdings noch ausdrücklich von v. B o h len, V atke und. G eorg e angenommen wurden,? vermißt) vorgeführt. — Ueber alle andern Eigentümlichkeiten dieser Schriften,: und inwiefern sie irgend einen Zweig unserer Bibelerkenntniß fördern, erfahren/.-w,ir eigentlich-nichts, geschweige daß uns ein Urtheil darüber mitgetheitt. würde. Und so ist auch die^ fernere Anführung anderer innerhalb dieses Zeitraumes Erschienener Werke ^nehr eine Anzeige ihres Daseins nebst einem kurzen Lobe — der Tadel ist spärlich Meine Würdigung derselben, und im Allgememen-wird uns kein anschauliches Bild-davon geliefert, inwiefexn djese fünf Jahre uns in der Erfassung der Bibel, sowohl in Hinsicht auf Wortverständniß, als Spracheigenthümlichkeit, als Sachkmntniß, als endlich Ergründung des Gedankenganges im Einzelnen- und des Anschauungskreises und der Gründansichten im Allgemeinen, gefordert haben. Wir können nicht umhin, unfern Lesern von einer Erscheinung etwas nähere Nachricht zu geben) welche in dem Christenthume jetzt bedeutendes Aussehen macht. — Schon zur-Zeit, als der sogen. Rationalismus sich.feststellte und verbreitete, als ein großer Theil der gelehrten Theologen, welche die künftigen Geistlichen zu bilden hatten, so wie der Geistlichen sselbst, sich dem Glauben an ein übernatürliches Eingreifen Gottes, in die Schöpfung entzog/ erhob sich eine Lücke'zwischen dem Volksglauben-und dem der sie belehrenden Geistlichen, welche nicht leicht auszufüllen war, deren Ausfüllung aber von den Nationalisten redlich angestrebt wurde. Diese theologische Richtung hing überhaupt mit der ganzen.Zeitrichtung zusammen; CulLLvirung des Verstandes und Beibringung praktischer Wahrheiten galt in der Erziehung der Jugend wie des Volkes als das Höchste >- und so arbeitete und arbeitet auch der Rationalismus dahin, aus Schulbüchern und von der