Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Wiesbaden
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 294 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2929020-2929031-2929034-2930943--1803-2931104- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
294 Nachrichten. Propheten auf ll-Jesits Christus" gefunden werden soll. In diesem Sinne werden nun die 'enge „Verbindung des A. T. mit dem N." von Hartmann, die Arbeiten Bll e e k' s Ln diesem Gebiete, Hengstenberg's Christologie Theil, Cr'edner's Joel, die Arbeiten über den Propheten Daniet von Rosenmüller, Redepennin^ v. Lengerke, Hengstenberg und Hävernick, über die Psalmen von Elauß und Stier kurz angezeigt. Wir .brauchen! hier auf dieses vermittelnde Zwangsverfahren'nicht einzugehen z wenn :es jedoch.!Herr v. Umbreit (S. 542) seltsam findet,' „wie der sich vorzugsweise historisch nennende Rationalismus (dessen Verteidiger wir hier nicht sein möKn)^^den-Zusammenhang des N. T. mit dem A. m so gänzlicher Inconsequenz'verkennen konnte, daß er es als abgethän ansah-, die Propheten verkündigten nur einen irdisch-weltlichen König, während er I. C., nach seiner ganzen Erscheinung natürlich - geschichtlich erklärtdie Idee eines himmlischen.'Messias) erfinden ließ", so erscheint dieser apagogische Beweis uns ziemlich seltsam.- da die Deutungen^ der biblischen Stellen auf Jesus, wie sie die Apostelmnternahmen — und von ihnen rühren wohl äüch meistens die> Jesus lln den Mund, gelegten her —, zuerst offenbar gleichfalls im Sinm einer weltlichen Herrschaftunternommen wurden, indem Wan dessen baldige Rückkehr undsich dann: über-die ganze Welt ausbreitende Herrschaft erwartete, d a n n aber! die geistigen Deutungen der damaligen Heit wohl zum Theil angemessen waren , wie sie auch der Thalmud ähnlich benutzte, ohne daß darum der Prophet.'-sie im Sinne gehabt haben muß , und selbst im Falle, daß diese Deutungen ganz neu und unerhört zur damaligen Zeit gewesen wären-was sie aber nicht warmdürften sie uns dennoch nicht wundern, .da wir die Kühnheit und Gewandtheit der agadischen Erklärungen hinlänglich - kennen , so. daß auch bei der Entstehung des Christenthums die, durch die Umstände herbeigeführte , - allmälige Vergeistigung' dm weltlichen Messiasidee bald ihre Stützpunkte nach jener Weise sandt- Es ist ein Spiet mit-dem/Begriffe des Historischen, wenn wir ihm statt des -aUmäligen Werdens ein schon .früheres Sem unterschieben. -—' Die zweite Frage-dev biblischen Exegese im weitern/ Sinne - bei welcher, die. kirchliche Dogmatik' betheitigt ist, bezieht sich: auf die Aechtheit der 'biblischen Bücher. -Man hat sich seit Schleiermacher v-daran gewöhnt, seine christliche Gläubigkeit auf das sogen, neue Testament einschränken zu dürfen, und die Kühle gegen' die hebräische Bibel durch.eine.-desto größere Wärme des „christlich-religiösen" Gefühls oder Bewußtseins ersetzen zu lassen, wogegen zwar Herr v. Umbreit (S. 538) leise. Einsprache thut. Es haben , daher diejenigen christlichen Theologen, welche sich im Ganzen den Schleiermacher'schen Ansichten angeschlossen — und hiezu gehören gerade die Mitarbeiter der Zeitschrift, welche wir jetzt besprechen —, sich, ungeachtet der Behauptung voller christlicher Gläubigkeit,