Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 259

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Chaldäische Sprache und Litteratur [Rezension]
Date
1837-01-01
Page
Seite 259 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2929020-2929031-2929034-2930934--1752-2931069
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Chaldäische Sprache und Lktteratur. Fürst. 259 nicht aber organisch verbundenen Gliedmaßen für ein allgemein vergleichendes Sprachstudium gar keine Handhabe bietet. So finden wir denn auch auf das Sonderbarste hier Wörter, als dem Idiome angehörig, durch Vergleichungen mit indo-germanischen Sprachen erklärt, die einfach entlehnt sind. So wird 'vvv (Th. Esther 1, 6.) von — sto abgeleitet (Nr. 3, §. 164, S. 179), während es weiter Nichts als o-rä«, Halle, ist, Nvl als eigenthümliche Form des Chald. betrachtet (§. ISO, S. 202), jedoch-offenbar —?)S-o§, Sitte, und ebenso werden in Nr. 4 (c»jy), (roijilÄov), (Is^enu), (-/ttXcc/!og), (I108P68) und ähnliche zu Derivaten aus semitischen , mit indo-germanischen verwandten/ Stämmen gewaltsam umgewandelt. Jedoch am Wichtigsten bleibt uns die Betrachtung desjenigen , was für das Chaldäische im Einzelnen geleistet worden, wozu wir nun hiemit übergehn. Neben äußeren Gründen gilt dem Derf. als innerer Grund dafür, zunächst das Aramäische zu behandeln; das höhere Alter, das er diesem Idiom vor allen andern Zweigen des Semitismus znschreibt (§. 1, S. 1. -§. -5, S. 3. §. 20, S. 19 u. §. 29 , S. 29), obgleich er natürlich zügesteW!, daß die schriftlichen Denkmäler erst aus später Zeitherrühren. Wenn er nun für diese Behauptung die Dürftigkeit und Rauhheit der Sprache als Zeügniß anführt-, so liegt doch wohl Beides in der geringen Ausbildung , deren sich dieses Idiom erfreute, indem es eigentlich niemals zur Schriftsprache diente und mehr ein Bulgärdialekt war, der die Elision von Vocalen liebt, wie Dies auch das Vulgärarabische beweiset. Nimmt man hinzu den Einfluß des rauheren Klimas, den Herr F. selbst zugesteht (§. 2, S. 2 u. §. 29, S. 29), so ist die Erscheinung zur Genüge erklärt, und die Hypothese eines höhern Alters bleibt ohne Stütze. Den beiden, so innig verwandten Zweigen des AramäismuS, dem 17

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.