Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Chaldäische Sprache und Litteratur [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 13)
- Language
- German
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258 Recensioneri. nicht durch anderweitige Aehnlichkeiten verwischen wollen, ja sogar von diesen dann nicht behaupten, daß sie vollkommen durchgreifend sein müssen. — Die einzelne Sprache aus dieser semitischen Familie, welcher dieser vergleichende Blick hier besonders zu Gute kommen soll, ist nun die chaldäische; hierunter aber versteht man dasjenige Idiom, in welchem Werke zu den verschiedensten Zeiten unter den ungünstigsten Umständen für selbstständige Sprachausbildung geschrieben wurden, zuerst mehre biblische Bücher, die eine gewisse Färbung des Hebraismus an sich tragen, wenn auch vielleicht nicht in dem ausgedehnten Sinne, wie man gewöhnlich anzunehmen geneigt ist; dann die Mischnah, Gemara und Midraschim, von denen die erste ein selbstständig fortgebildetes Hebräisch ist, zersetzt mit einzelnen aramäischen Eigenthümlichkeiten, bereichert durch die Aufnahme völlig fremdartiger Bestandteile aus dem Griech. und Latein., welche hier wie in den spätem thalm. und rabb. Werken niemals sich dem Organismus assimilirt Haben, die letztem aber häufig in Barbarei versunken sind, wo wohl die Herrschaft von Gesetzen nicht ganz vermißt wird, aber dennoch keine durchgreifende regelnde Gewalt sichtbar ist; ferner die Thargume, in den verschiedensten Zeiten, an den verschiedensten Orten entstanden, mit ihren vielfachen Corruptionen und ihrer willkürlichen Pnnctation, zum Theile auch - erstdann verfaßt, als die Sprache ganz aus dem Leben geschwunden war, und endlich werden auch noch die spätem Rabbinrn und Kabbalisten hinzugezählt, welche sich Ausdrücke schufen unter dem Zwange, den die auszudrückenden Gedanken auferlegten, bald mit lebendigerem, bald mit getrübterem Sprachgefühle, niemals aber mit vollem und klarem Bewußtsein. Ohne nun jetzt schon auf die Schwierigkeiten aufmerksam zu machen, die die Anwendung eines durchgreifenden Verfahrens hiebei finden wird, läßt es sich leicht begreifen, wie dieses Convolut der fremdartigsten, nvthdürftig mechanisch aneinaudergereihten,