Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 240 (sequence 5)
- Language
- German
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24V Recenstonen. und geflissentlich verdreht haben. Nun findet H. erstens, M. habe gesagt, das Streben nach der Wahrheit bringe unsägliche Leidenein, und wer diesen, doch wohl nur in einem Augenblicke des Unmuthes niedergeschriebenen Satz leugnet, hat gewiß niemals ernstlich nach der Wahrheit und deren Verbreitung gestrebt. Ein christlicher Theologe aber, der in dem Stifter seines Glaubens ein Opfer der Wahrheit verehren muß, verleugnet mit diesem Satze auch seinen Heiland. — Aber nein, Mendelssohn mußte nicht blos wahrhaft gewesen sein , nicht blos für alle seine Aussprüche seine vollste, innerste Ueberzeugung zum Maßftabe genommen Haben, nein, er müßte auch überall die volle, objective Wahrheit erreicht haben, wenn ihn der gestrenge Richter H. als rein von seinem Stuhle ausgehn läßt und ihn nicht der Täuschung — was ihm gleichbedeutend ist mit der Aufstellung irgend einer Meinung, die zwar demjenigen, welcher sie aufstellt, als vollkommen wahr erscheint, aber dennoch eine irrige ist — für überführt betrachten soll. Wer so leichtsinnig in seinen sittlichen Urtheilen ist, der verdient in solchen Dingen keine Beachtung mehr. Nicht wahr, Herr H., Mendelssohn trat nicht zum Christenthum über, weil er an keinen Gottmenschen glauben konnte? Nun, er glaubte auch nicht, daß ein Mensch von sich sagen könne: „ich bin . . die Wahrheit." Mag nun immerhin M. geirrt haben, wenn er dem Gebete Alenu als Bfr. den Josua, Sohn Nun's, zuwies — während es ihm ja nur darauf ankommen mußte, Dasjenige darzuftellen, was allgemeine Volksmeinung war, indem man doch gerade dieser Beziehungen auf Jesus unterschieben wollte; was er darüber dachte, war hier gleichgültig, und Gelehrsamkeit wollte e r nicht auskrameu —; gesetzt auch, er hätte geirrt in der Erklärung des Satzes: alle Frommen aller Glaubensgemeinden haben Antheil am ewigen Leben — worin vielmehr unser Gegner irrt —: was geht dies seine sittliche Würde an? — Aber nein, Herr H.