Mannheim
Compact Memory

Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 231

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Über die jüdischen Trauergebräuche
Date
1837-01-01
Page
Seite 231 (sequence 18)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2929020-2929031-2929034-2930931--1719-2931041
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

VIlieber die jüdischen Trauergebräuche. 231 geheilt werden kann, für die Religion, für den Himmel zu gewinnen, ihn da zum Nachdenken, zur Erhebung seines Geistes zum Elvigen und Allheiligen und zur wahren Besserung anzuspprnen, war das Ziel unserer Alten bei ihren Anordnungen. Aber die gerügten Trauergebräuche, die sich unter ganzandern Zeit- und Ortsverhältnissen eingeführt haben, wirken bei uns wenigstens dem beabsichtigten Zwecke gerade entgegen , weil sie unfern Sitten fremd , zum Theil lästig und anstößig sind, und die Religion , auf deren Rechnung sie doch immer kommen, lächerlich und verdächtig machen. Aus Ehrfurcht vor unserer heiligen Religion sollten wir sie abschaffen. Das Wesentlichste bei den alten Traueranordnungen-war, öffentlichen Vergnügungen, weichlicher Gemächlichkeit und äußerer Hoffacth zu entsagen, und darnach mögen wir uns richten nach unser» Sitten , nach unser» Begriffen. Der Leidtragende möge ferner wenigstens die ersten Tage sich (wo möglich) von Geschäften und zerstreuenden Studien (dieß der eigentliche Sinn des Verbotes von enthalten, in stiller Zurückgezogenheit leben und einen Theil seiner Zeit Gebeten und frommen Betrachtungen widmen. Da wäre freilich sehr zu wünschen, daß wir ein Geist und Herz ansprechendes ächt israelitischeS- Erbauungsbuch hätten, dessen Lesung in dieser Lage Trost und Erhebung gewähren und den Gedanken und der Phantasie eine höhere Richtung geben könnte. Diese Abgeschiedenheit wäre jedoch nicht auf förmlichen Hausarrest auszudehnen,,cha ein Spaziergang in Gottes freie Natur, an der Seite eines Freundes, auf das schmerzlich verwundete Gemüth gerade am wohlthätigsten wirken könnte und überdies; in solchen Fällen gewöhnlich aus Sanitätsrücksichten zu empfehlen sein dürfte-. . Die Etignettenbesuche von aller Welt aber, um, wie es heißt, den Trauernden zu trösten, sollten durchaus abgestellt werden. Den Gleichgültigen entschädigen sie allerdings für das. Eingesperrtsein -und gewähren ihm manchmal

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.