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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 225

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Über die jüdischen Trauergebräuche
Date
1837-01-01
Page
Seite 225 (sequence 12)
Language
German
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VI. Ueber die jüdischen Trauergebräuche. 22S Betten anders als die ihrigen (der Thalmudisten) und nicht so' zum Umstürzen geeignet.« Sind aber heutzutage nicht auch unsere Kleider, unsere Fußbedeckung, unsere Art zn sitzen und mit dem Bart zu verfahren ganz anders? Und doch sollten wir, wie damals, die Kleider zerreißen, der Schuhe entbehren, auf dem Boden sitzen, und den Bart, uns zur Last und Anderen zum Entsetzen, wachsen lassen? Und Jsserles sagt (Cap. 386): „Bei uns ist das Umhüllen des Hauptes nicht gebräuchlich, und man soll es auch nicht einführen.« Als Grund giebt Schabthai Khohen an, „weil uns dieß Gespötts und Gelächter zuziehen würde von Nichtjuden und von unfern eignen Knechten und Mägden.« Ist es aber bei uns, wenn auch vielleicht minder lächerlich, nicht unanständiger noch und anstößiger, das Kleid zu zerreißen, ohne Schuhe zu gehen, auf dem Boden zu sitzen und den Bart nicht zu scheeren? Das ist aber nicht wie zur Zeit des angeführten Gefetzlehrers, wo die Inden , besonders in Polen, noch ganz orientalisch lebten, fühlten und dachten, nur in den Augen der Nichtjuden lächerlich und anstößig, sondern auch wir, als vollkommene Europäer, als Deutsche, fühlen die Lächerlichkeit und Anstößigkeit dieser Gebräuche, die ein natürlicher Ausdruck unserer Gefühle sein sollten. Können sie da noch heilsam wirken? Dürfen wir sie da noch beibehalten? Betrachten wir sie noch einmal einzeln. Idas Zerreißen des Kleides war in den ältesten Zeiten ein natürlicher Ausdruck des heftigen Schmerzes, so wie das Auöraufen oder Abscheeren des Haares und das Zerkratzen und Zerfleischen des Körpers, welche letztere rohe Ausbrüche der Trostlosigkeit allen Israeliten verboten wurden, während das Erstere nur dem Oberpriester ausdrücklich untersagt wurde (3. M. Hl, 10). Es ist dieß gewiß die älteste und ausgebildetste (durch Borschriften auf's Genaueste bestimmte) der bei uns bestehenden Traüerceremonien, die indeß bei den feurigen. Orientale» (deren Temperament Jür. Zeitschr. m. B». IS

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