Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Über die jüdischen Trauergebräuche
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 222 (sequence 9)
- Language
- German
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222 VI. Ueber die jüdischen Traüergebräuche. Tranerzeichen in der Schrift so oft erwähnt wird/ wenn es zur Trauer gehört haben sollte, das Haar wachsen zu lassen? — VNN zns , was Aaron und seinen Söhnen verboten wurde, bedeutet also: das Haupthaar abscheeren und nicht wild rvachsen lassen, was y-D (4- M. 6, 5. Ezech. 44,20.) Heißt. Dieses Letztere als Trauerzeichen könnte auch erst nach einiger Zeit als solches gelten und bemerkt werden, und nicht eine plötzliche Aeußerung des heftigen Schmerzes abgeben, was doch die Zusammenstellung mit Kleiderzerreißen, so wie der ganze Zusammenhang in 3. M. 10, 6. zu erfordern scheint. Der Thalmud ist auch nicht im Besitz einer Tradition in Beziehung auf diese Stelle, da nur R. Elieser das Haar wild wachsen lassen erklärt, dem aber von R. Akiba widersprochen wird. Daß übrigens eine solche Erklärung, die mit der damaligen spätern Sitte, in der Trauer LaS Haar wachsen zu lassen, übereinstimmte, leicht aufkommen und Eingang finden konnte und mußte, ist sehr einleuchtend. Der Gemara ist es vielleicht indeß nicht um einen strengen Beweis zu thun, sondern nur, um für diese damals allgemein verbreiteten Gebräuche, die beim Volke religiöse Verbindlichkeit uud dadurch das Ansehen von rabbinischen Geboten erlangt hatten, irgend eine Stütze zu finden. So stützt die Gemaroi (ebendas.) das Verbot des Kleiderwaschens in der Trauer durch die Worte Joabs (2. Sam. 14, 2.) zu der Frau, die sine Trauernde vorstellen sollte, „lege Trauerkleider an«, woraus doch gar nicht zu ersehen ist, ob diese Trauerkleider wirklich ungewaschen, oder von einer gewissen (Trauer-) Farbe, oder einer besonder» Form waren. Ja das Umstürzen, des Bettes (nvvn wss), das in gleiche Kategorie mit den übrigen Trauerceremonien gesetzt wird, hat weiter nichts für sich, als die von Bar Kapara angeführte symbolische Deutung dieser Handlung"). Allein dieß *) Auffallend ust es, wie Maimonides (Trauer V, r) alle diese einzelnen B estimmungm am ersten Trauertage für mosaische Gebote