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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 221

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Über die jüdischen Trauergebräuche
Date
1837-01-01
Page
Seite 221 (sequence 8)
Language
German
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VI. Ueber dijüdischen Trauergebränche. 221 sie andern Israeliten geboten wären , sondern höchstens, daß sie ihnen erlaubt und damals üblich waren. Diese Erlaubnis aber durfte von einer Billigung noch weit entfernt sein und nicht mehr bedeuten als NLi NW NN1N NN2N, d. h. das göttliche Gesetz verlangt (gebieterisch) nicht zu viel vom schwachen Sterblichen und läßt unter gewissen Schranken seinen Affecten freien Spielraum- Die Priester des Herrn jedoch, als ans einer höheren Stufe der sittlich-religiösen Erkenntnis und Bildung Stehende, sollen in der Ueberzeugung, daß, was Gott thnt, wohlgethan sei, sich in seine Beschlüsse williger fügen, den innern Schmerz bekämpfen und ihn nicht in Kleiderzerreißen u. dgl. leidenschaftlichen Aeußerungen ausbrechen lassen. Die heftigsten und rohesten Aeußerungen des rasenden Schmerzes, als: sich eine Glatze und Einschnitte am Leibe machen, sind in der That allen Israeliten ausdrücklich untersagt (5. M. 14, 1., nach Ebn Esra auch 3. M. 19, 27. 28. Siehe auch dessen Comm. zu 3. M. 21, 5.) aus dem Grunde, weil sie Kinder des Ewigen sind und sich daher kindlich in den stets gütigen Willen des Allvaters ergeben sollen. Und das Kleiderzerreißen u. . dgl. sollte dem Israeliten dennoch Pflicht sein?! 77- Aber nicht einmal das hohe Alterthum aller dieser Gebräuche läßt sich zugestehen, vielmehr ist der wilde Haarwuchs als Zeichen der Trauer spätem (vielleicht römischen) Ursprungs, da es in früherer Zeit in Israel und bei den Nachbarvölkern Sitte war, in der Trauer das Haar zu scheeren. Als Hiob die Nachricht von dem Tode seiner Söhne und Töchter erhalten hatte, zerriß er sein Kleid und sch o r sein Haupt (Hiob l, 20.). Das erbeutete Mädchen scheert das Haupt, um seine Eltern zu betrauern (5. M. 21, 12.). Die 80 Männer (Jer. 41, 5.), die nach der Tempelzerstörung in Jerusalem mit Opfergeschenken für den Tempel;, ankamen, erschienen mit geschvrnem Barte, zerrissenen KNdern und voll Einschnitte, Und was ist denn die Glatze, deren als

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