Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Gottesstaat
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 209 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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/ IV. Der Gottesstaat. 209 deutlichem Gepräge ausgedrückt ist. Die Einheit, die uns Salvador verkündigt, ist dergestalt Allgemeinheit, daß unter diesem Begriffe Dinge zusammenzufassen sind, die Salvador am wenigsten als Muster einer guten Staatsverwaltung gelten lassen würde. — Gerathen diese Verirrungen ins Historische, so gerathen sie gleicherweise ins Abgeschmackte. Sv z. B> soll dieser weise Lontrut social Moses' Ursache der Kraft des Zusammenhaltens , welche die Gesellschaft der Juden entwickelte / gewesen sein. — Die Kraft des Zusammenhaltens! — zu welcher Zeit äußerte diese sich denn? Wann hat sie sich dauernd, auch nur für eine geringe Zeit dauernd, bewährt? Verfolgen wir die Geschichte Israels nur ein Weniges!,— Aeußerte/sie sich in den Jahren des Aufenthalts in der Wüste, wo die Verfassung noch jugendkräftig ins Leben treten sollte? Nein! Eine Reihenfolge pöbelhafter Meutereien aus sinnlichem Gelüste, Ausbrüche niedriger Gesinnung und beständige Neigung zum Murren und Abfalle ermüdeten die Geduld des Geduldigsten unter den Menschen und rissen/ihn mit fort, sin ihre Sündhaftigkeit. Aber vielleicht die Zeit Josua's? Die unvollendete Eroberung des gelobten Landes, der ganze Zuschnitt eines wilden Kriegslebens will sich nicht recht in die friedliche Industrie fügen. Hier fehlte ja noch überall die nöthige Ruhe, die eine solche Staatsverfassung für ihre Segnungen erfordert. Das Hirtenleben jenseits des Jordan war auch in sich zu nomadisch einfach, um den Begriff jenes großen und noch heute empfehlenswerthen Staatshaushalts auf sich selbst amvenden zu lassen. — Oder etwa die Zeit der Richter? Die heiligen Geschichtsbücher sind auf jeder Seite angefüllt von Widerlegungen dieses ruhmrednerischen Zusammenhaltens Israels. —, Das der Könige denn? Schweigen wir von dem ersten großen Nisse Israels gleich nach Salomo! Und als ob das Königthum nicht selbst schon der größte Riß durch die Magna Charta der Theokratie gewesen wäre! Nehme man dazu das Züd. Zeitschr. IH. Bb. 14