Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Gottesstaat
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 198 (sequence 3)
- Language
- German
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198 IV. Der Gottesstaat. eigentliche Basis der Religion ist aber oben in den Bezirken des freien Gottesgeistes, und wir arme Erdgeborne (terra« Mi) können uns glücklich preisen, wenn die Spitze dieses majestätischen Gottesbaues, nur die Spitze, bis zu unserer handwerklichen Erdoberfläche herabreicht. Nur was irdisch gebunden ist, läßt sich mit breiter Basis auf unserer Erde gründen, Throne und Pyramiden , Denkmale und Altäre; allein diese erreichen dann auch höchstens die niedere Wolkenschichte; bis in die Himmel — geht es nicht! Der St. S imoniömuS hat indessen doch noch seine großen Vorzüge vor dem Salvadorismus. Der Simonismus strebt, seinem eigenen offenkundigen Geständnisse nach, nichts Anderes an, als aus der zerrissenen Menschheit, aus diesem ewigen Kriegszustände derselben, ein großes, zweckmäßig vrganisirtes Jndustriewesen heranszubilden, und sein Chiliasmus ist das Reich der Spinnmaschinen und Webereien in holdseliger Eintracht. Der Simonismus hat so doch noch eine Sphäre, in der er etwas werth ist; um Vieles schlechter steht es mit dem, welcher im Heiligthume selbst den.Götzen des Metie rs zur Verehrung aufrichtet. Also aber ist das Bestreben zu bezeichnen, das dahin abzielt, die mosaische Gesetzgebung zur vortrefflichsten or^anisation politigue, und sohin ihre niedrigste Sphäre, ihren Digesiionsapparat, zu ihrem höchsten Ziele und Verdienste zu erheben. Hiemit aber sängt die Vorrede zu den „Institution« sie Avise et siu xeuple Ilebreu, pur si. 8 a I v a cl o r.?uris 1828", an, und in dieser Art kündigt sich der Geist und die Richtung des Ganzen mit Selbstbewußtsein an. Das Bedürfnis; einer besseren politischen Gestaltung auf der ganzen Erde, der Trieb zur Abschaffung aller Willkür, das allverbreitete Streben nach der Herrschaft deS Gesetzes; dies Alles war es, was den Autor bewog, „den Mann, der als Gründer dieser Berfassungsform zu gelten verdient, diesen geraden, starken und schöpferischen Geist", kennen zu lehren. Moses