Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Gottesstaat
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 2)
- Language
- German
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IV. Der Gottesstaat. 197 in seiner höheren Potenz als Staatsökonvmie, den Staatsmännern insgesammt und Allen, die auf der Erde und vom Brode allein leben mögen, am einleuchtendsten. Auch ist eben so begreiflich dem ganzen ,Volke diestö Element das seines Lebens und steten Trachtens, wie denn sogar die höchste StaatSökonvmie dem Volke der Wüste unter dem lockenden Bilde von Flüssen von Milch und Honig begehrenswerth gemacht werden mußte. Deßhalb ist sonach die Staatsverfassung, die am meisten abwirft, am ungehemmtesten im Gang erhalten wird, am wenigsten der Umwälzung unterworfen istdie innere Ruhe, Wohlstand, Sicherheit, Beweglichkeit und Festigkeit mit einander vereinigt, die trefflichste, die einzig empfehlenswerlhe. Als eine solche empfiehlt Salvador die mosaischen Institutionen (begreiflich darf sie in dieser Sphäre auch nur nach dem Menschen Moses benannt werden) in drei ganzen Bänden und detaillirt sie in allen ihren Namificationen und Ausladungen. Von der'zwiefachen Richtung der Menschenerziehung, der zur Thätigkeit und der zur Ruhe, kennt die Jndustriewelt nur die erste (das die zweite, auf welche nach Aristoteles die eigentliche Erziehung abzwecken soll: die Muße auf edle Weise zu erfüllen (das xttk-Zs), kommt eigentlich in gar keinen Betracht. Der Industrie Anfang, Mittelpunkt und Ende ist der Erwerb und der Besitz (rä Mov), in ihm liegt zugleich das Liebenswerthe (ra «/«Tri^röv). Eine Ansicht von Staatsleben, die vollkommen auf die niedrigste Prosa des Lebens sich beschränkt, kann und muß man auch dieser Sphäre, überlassen, so lange sie sich nur in derselben abzuschließen und behaglich zu fühlen vermag. Ganz eine andere Sache aber ist es, wenn aus dieser Jeremiade Benthams entweder eine Religion gemacht oder abgeleitet werden soll. Das erste bezeichnet Unternehmen ist das des Grafen St. Simon, und das zweite liegt vor in dem Werke des Herrn Salvador. Die