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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 194

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Der Grundzug der Liebe und dessen Entwicklung im Judenthum
Date
1837-01-01
Page
Seite 194 (sequence 15)
Language
German
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194 HI. Der Grundzug der Liebe Wenn in diesem Bilde der schönen Zukunft Jerusalem besonders verherrlicht, wenn in ihm selbst Israel besonders hervorgehoben wird, wie konnte dieß anders sein? Zu der Zeit, als Israel das einzige, wenigstens den Propheten be-> kannte, Volk war, das den wahren Gott anbetete, konnte man nur erwarten, daß von ihm die Belehrung ausgehen werde. Weder des Moloch grausame Anhänger, noch des Baals Opferer, noch die wollüstigen Diener der Astarte konnten für fähiger als Israel gehalten werden, das des wahren Gottes Offenbarung hatte. Dieses war daher den Propheten allerdings das Volk, das in jenen Zeiten anserwählt war, die göttliche Offenbarung, die es allein hatte, zu erhalten und weiter zu verbreiten. Aber auch abgesehen von diesen Betrachtungen, können wir die Propheten nicht tadeln, daß sie Israel in dem Bilde der künftigen Ruhe mnd Gottesverehrung besonders hervvrheben. Israel war zu ihren Zeiten abgewichen von seinem Gotte, von dem Glauben seiner Väter, und hatte seine Unabhängigkeit verloren; es war niedergedrückt von allen seinen Nachbarn, ein Raub jedes andringenden Fremden. Müßte nicht in den Propheten alle Vaterlandsliebe erstickt, aller Antheil an dem Schicksal ihrer unglücklichen Brüder erstorben gewesen sein, wenn in der vor ihren Augen sich darstellenden rauheu Wirklichkeit der allgemeinen geistlichen und weltlichen Verwirrung, ihre Phantasie sich nicht ein schöneres Bild einer zur Ruhe Wd zur Eintracht gekommenen Zukunft geschaffen hätte? — In diesem Sinne spricht Jesaias seine schöne Verkündigung eines allgemeinen Friedens (1k, 6 —10), die er erhaben schließt mit den Worten: »Denn, wie das Wasser füllt den Ocean, so ist die Erd' der Gotteskenntniß voll." Auf gleiche Weise stellt Micha jene herrliche Zeit dar (4, 1 — 4). Besonders schön spricht der nächstfolgende Vers die Zeit des allgemeinen Friedens aus. Auch die, welche nicht de» wahren Gott erkennen oder wenigstens ihm nicht so wie Israel dienen,

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