Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Grundzug der Liebe und dessen Entwicklung im Judenthum
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 16)
- Language
- German
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195 und dessen Entwicklung im Judenthum. werden ruhig und ungestört Jeder Gott auf seine Weise anbeten körtnen. Auch Zacharias spricht an vielen Stellen sich auf gleiche Weise aus. »Der Kriegsbogen wird zerbrochen, und Frieden herrscht unter den Völkern, Gottes Herrschaft reichet von Meer zu Meer, vom Strom bis an die Enden der Erde" (Zach. 9, 9— 11). „Gott ist König auf der ganzen Erde, Einer ist Er, Einer Sein Name" (Zach. 14, 9. Vergl. 16 bis Ende), und der letzte der Propheten, Maleachi, läßt an dem „großen Tage Gotteö" Versöhnung und Liebe die Herzen der Menschen vereinigen. (C. 3, Ende.) So wären wir nun zum Ziele unserer Untersuchung gelangt, und es ergiebt sich uns als sicheres Resultat , daß eigentliche Princkpien des 'Judenthums sind: Gerechtigkeit und Wahrheit, denen aber als begleitender Charakter die Liebe zugesellt ist, daß das Judenthum ferner von der Idee des Fortschreitens und der Entwicklung durchdrungen ist, wie sich diese Idee ganz besonders in den prophetischen Verkündigungen eines Messiasreiches ausprägt, daß' nun ebenso der Grundzug der Liebe seine geschichtliche Steigerung erfahren hat, die Liebe bei den Patriarchen zunächst sich über die Familie erstreckte', chhne daß darum liebendes Mitgefühl gegen andere Familien ausgeschlossen und Gott in die engen Grenzen eines Familiengottes gebannt werde, indem er im Gegentheil Schöpfer und Vater des ganzen Menschengeschlechts ist, die Guten jedoch / der Gerechtigkeit gemäß, verziehend; die Liebe dann in der Entwicklungsstufe des Mosesthums das ganze Volk) ''mit Einschluß der in seinem Lande sich aushaltenden Fremden, umfaßt, bei den Propheten aber die Allgemeinheit der Idee immer mehr Bahn bricht und, trotz der nationalen Geschiedenheit, sie selbst sich als Verkünder des göttlichen Wortes an fremde Völker betrachten und Mit froher Zuversicht jene Zeit erwarten, in welcher von der Erkenntnis; Gottes die Welt voll ist, und deßhalb alle Völker 13 "