Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Grundzug der Liebe und dessen Entwicklung im Judenthum
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 11)
- Language
- German
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19 V III. Der Grundzug der Liebe ersehnte Zukunft damit ausznschmücken— Auch hier herrscht darum kein anderer Charakter als in allen ähnlichen Stücken; Mchu hier ist es ein lange unterdrücktes Volk, das die Strafe des Himmels über seine U nte r d r ü cker Herabrust, mit dem Unterschiede, daß die Ungeheuern Qualen, die es erduldet,--der lange zurückgehaltene Unmuth darüber, der sich unter dem vorigen Sieger gar nicht zeigen durfte und, still verschlossen in der Brust, das eigene Gemüth verzehrte, gewaltiger, kühner den bisherigen Damm durchbricht, und die Klange dauernde, gewaltsame Spannung mit plötzlicher Schnellkraft - auseinanderfährt *). Die Reihe kommt nun an die Feinde, sie müssen ihren Uebermuth büßen und zur Strafe eben Denen dienen, die sie früher so verhöhnt, so gequält hatten. So spricht sich der Vf. selbst aus (Jes. 60, 14. 3. ff.): „Gebückt treten nun vor dich die Sohne deiner Unterdrücker, und deine Lasterer müssen niederfallen zu deinen Füßen . . . Dafür daß du bist die Verlassene und Gehaßte gewesen . . . mache ich dich nun zur Herrlichkeit der Welt, zur Freude der Geschlechter."— Auch allen anderen Völkern wird gerade auf dieselbe Weise Heil für die Zukunft verkündigt, wenn sie aus der Niedrigkeit der Sünden zum Herrn sich erheben. Selbst die fernen Aethivpen haben die Propheten in ihre Trostgesichte eingeschlvssen **). Auch Aegypten wird ein Vertheidiger und Retter gesendet, wenn es zum wahren Gotte sich wendet (Jes. 19, 20 —22). Elam, Edvm, Ammon, Moab, gegen welche Jeremias prophezeit (C. 47—49), werden, wenn sie ihre Sünden gebüßt, der Gnade Gottes theilhast und in ihr Vaterland zurückgeführt, und selbst während ihres Unglücks nimmt sich der Herr *) Wie gewaltig das Sehnen nach dem Vaterlande, und wie tief poetisch die Trauer über seinen Verlust war, zeigt ja auch der noch späterer Zeit entstammende i37ste Psalm. Aus ähnlichem Gesichtspunkte ist Jes. 34 zu betrachten. 6k. Jes. 18, 7. 6k. Hitzig aä!>. 1.