Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Grundzug der Liebe und dessen Entwicklung im Judenthum
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 189 (sequence 10)
- Language
- German
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und dessen Entwicklung im Indenthum. 189 weil 'sich in ihm das »Beil über den, der damit hauet,-die Säge über den, der sie führt, erheben hat." Dagegen stimmen auch noch die Geister in der Unterwelt Spottlieder an, wenn auch er in ihre finsteren Wohnungen hinabsteigen muß, er, der die Welt zur Wüste und ihre Städte zu Ruinen machte (Jes. 14, 9 ff.). Gott hat nun zerbrochen den Frevelstab, der die Volker ganz zerstöret, unheilbar sie verwundet hat (s. I, V.rS» 6. cf.!1a8olli aä Ii. I.) "). —!>> Gegen diese Auffassung könnte man vielleicht die Orakel vom vierzigsten Capitel des Jesaias an, in welchen der Sieg Israels und der Untergang seiner Feinde mit so-starken Farben ausgetragen ist, daß nicht blos der Sieg des früher unterdrückten Volkes, sondern wohl eigne Herrschsucht sie eingegeben zu haben scheint, aufstellen wollen. Allein bei genauerer, vvrurtheilsloser Betrachtung wird dieser Einwurf von selbst verschwinden. Die Zeit der Abfassung dieser Orakel fällt, wie es deutlich ausgesprochen, und neuere Untersuchungen unwiderleglich nachgewiesen haben, gegen das Ende der babylonischen Gefangenschaft. Da tauchte in dem lange niedergedrücktem, seinem theuern Väterlande entführten, Volke der Hoffnungsstrahl der Erlösung in einem jungen, Freiheit liebenden-, kräftigen Herrscher auf und fuhr zündend in die glühende Brust der feurigen Orientalen. Da sollte Man sich wundern, wenn der lange verschlossene Groll gegen die Völker, die in den Raub sich getheilt, die so unmenschlich verfuhren mit dem besiegten Israel, nicht in mächtigen Flammen emporschlägt, Alles verheerend , was in den Weg sich ihnen wirft! Da sollten die Gluthgemüther nicht alle Blumen und Blüthen, die der üppige Boden ihrer morgenländischen Phantasie ihnen reichte, hastig aufgreifen, die *) Für die angegebenen zwei Arten bietet besonders Jeremias die schönsten Belege. Wir machen nur noch aufmerksam auf E. so, besonders die V. 14. is. 24. 29. 3i. 35 — 38. C. sa, i. wird Babel das Herz der Feinde Gottes genannt. Vgl. auch C. 25,14.