Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Grundzug der Liebe und dessen Entwicklung im Judenthum
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 188 (sequence 9)
- Language
- German
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188 .; III.- -Der Grundzug der Liebe 1«4 25, vgl. 50, 10. 11). Wie Moses schon seinen Schwanengesang gegen die Verkennung irdischer Gebrechlichkeit richtet, selbst seinem Volke den Untergang droht, wenn es von seinem Glücke sich hknreißen lasse, den zu vergessen, der ihm sein Glück bereitetes und, stolz auf sein Glück, übermüthig werde (5. M. 52, 15 u. ff.); so verkünden die Propheten; Tod und Verderben jedem Uebermuthe (vgl. auch Ez. 7, 24), und besonders dem, der in dem Siege sich nicht zu mäßigen weiß. Vom fherrn, vom Vater Um Himmel kommt diesen Gottgesandten Alles, das Gute wie das Bose (Klaget. 5, 58); der Mensch aber ist oft das Werkzeug der Gottheit zur Vergeltung menschlicher Handlungen. Keine Dualität erkannten sie an; von dem allgütkgen Gotte kommt auch das Böse. Nichts darf daher absolut böse sein, es muß auch dieses vielmehr noch den Beweis liefern, daß es von der höchsten Güte kommt und kein Werk der Rache, sondern blos der Gerechtigkeit ist. Wie daher aus der einen Seite der Besiegte geduldig seine Leiden tragen und, anerkennend, daß das höchste Wesen sie ihm gegeben zur Strafe für seine Sünden, dem Schläger selbst die Wange hinreichen soll , denn er, der Herr, hat sein Loos über ihn geworfen , und hat er nichts zu beklagen als seine Sünden (Klaget. 3, 26 — 30; 39); so darf auch auf der andern Seite der Sieger nie vergessen, daß nicht er es ist, der die That gethan, daß der Herr nur seine Rathschlüsse durch ihn vollführet, und sich nicht unwürdig zeigen dessen, der ihn gesendet und auch in der Strafe noch barmherzig ist. Vor Allen steht auch hier JesaiaS als Muster da, einzig, unerreicht, da wo er dem König von Assur seinen-Fall verkündigt (10, 12 — 16); nicht, weil sich dieser König gegen Israel allein mit solchem Uebermuthe benommen, sondern, weil er überhaupt „der Völker Grenzen und ihre Bestimmungen eingerissen, die Kraft der Einwohner vernichtet hat" und alles Dieß durH seine Weisheit ausgeführt zu haben wähnet,