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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 187

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Der Grundzug der Liebe und dessen Entwicklung im Judenthum
Date
1837-01-01
Page
Seite 187 (sequence 8)
Language
German
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und dessen Entwicklung im Judenthum. 187 welche die von Gott ihnen anvertraute Gewalt mißbraucht, und in so fern allerdings wieder als Sünder, gerade so und nicht anders, wie vordem Israel in ihrer Gewalt war, weil es gegen den Herrn gesündigt Hatte. Dieß beweist deutlich der hinzugefügte Beisatz gleich im 2. Verse: „und werden -gefangen halten die, von welchen sie gefangen waren, und werden herrschen über ihre Dränger," und besonders die ganze nachfolgende schöne Elegie. — Israel sollte für seine Ausartung bestraft, es sollte der Gewalt der Feinde überantwortet werden. Das war ihm längst prophezeit, daß es seine Sünden in das Unglück stürzen werden. Aber die Feinde hätten den nie verleugnen sollen, der ihnen die Gewalt gegeben; sie hätten auch in der Ausübung der Gerechtigkeit die Liebe nicht ganz verleugnen und so sich als ein des Herrn würdiges Werkzeug erweisen sollen *). Dagegen waren sie statt Feinde Räuber, statt Sieger Unterdrücker, Verhöhner alles Mitleids, das den edeln Sieger gegen den Besiegten noch belebt. Dafür mußten auch sie wieder büßen; dafür sollten auch sie von Israel wieder besiegt werden und für den Raub, den sie muthwillig begangen, die gebührende Strafe leiden. Diesen Charakter tragen sehr viele Prophezeiungen. Zacharias spricht ihn besonders deutlich aus. „Sehr zürne ich (spricht Gott) über die übermüthigen Heiden; ich zürnte nur ein wenig, sie aber halfen nur zum Verderben" (1, 15, vgl. Jer. 50, 17. Jes. 17 bis Ende). Besonders deutlich spricht sich Jeremias in folgender Stelle, wo sogar die beiden, freilich eng zusammenhängenden, Gründe der Vernichtung der Heiden, als Sünder und Feinde, zusammengestellt sind, hierüber aus : „Schütte aus deinen Grimm über die Heiden, die dich nicht kennen, deinen Namen nicht anrufen und — Israel verzehret, zu Grunde gerichtet, seine Wohnungen vernichtet haben" (Jer. 3) Vgl. Habakuk 3, 2. u. oft.

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