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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 184

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Der Grundzug der Liebe und dessen Entwicklung im Judenthum
Date
1837-01-01
Page
Seite 184 (sequence 5)
Language
German
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184 III. Der Grundzng der Liebe wir vorzüglich noch näher besprechen müssen, neues Licht erhalten und sicherer Beurtheilung überwiesen werden. Die Prophezeiungen gegen andere Völker sind nämlich nichts weniger als Ausbrüche des Hasses gegen dieselben, als solche, vielmehr sind sie gegen sie gerichtet: Erstens, um ihnen Strafe zu verkündigen für ihre Sünden, gerade wie sie Israel für seine Sünden verkündigt wird. In diesem Sinne ist das 9. bapitel des JesaiaS, das gegen Israel gerichtet ist, nicht minder kräftig und gewaltig, Assur zur Zornesruthe Gottes gegen dasselbe aufrufend, als die Mitte des 10. Capitels, das Assurs verhängnißvvlle Zukunft vorhersagt; nicht, weil Assur ein anderes Volk, sondern, weil es ein stolzes, hochmüthiges, auf seine Kraft, mit welcher allein es die Völker iu Fesseln geschmiedet zu haben wähnet, trotzendes und deßwegen sündhaftes Volk ist, wie dieser Hochmuth in V. 12 —11 so meisterhaft dargestellt ist. Hier wird nun zwar prophezeit, wie Israel Assur besiegen und über dasselbe herrschen werde; aber nicht, weil es 'Israel ist, nicht einmal, weil es, wie vorher Assur, die Zvrneöruthe Gottes wäre — es ist immer „das Würmchen Jakob," das „kleine, winzige Israel" — sondern, weil eS zu der Zeit einig und fromm sein wird, zu seinem Gotte zurüükehrt, auf ihn allein sich stützt und von Außen keine Hülfe mehr erwartet, befreit es sich von dem schmählichen Joche und siegt über seine Feinde (D. 20). Diese Prophezeiungen gegen die Völker beurkunden also offenbar, wie der Ewige nun allen Völkern seine Lehre mittheilen und für die Uebertretuug derselben Strafen verkünden läßt. Freilich konnten diese Botschaften von dem jederzeit gerechten Gotte nicht blvs gute Verkündigungen (Evangelien), sondern mußten eben so die Strafen für begangene Sünden , also böse enthalten. Für dieses heilige Geschäft der Verkündigung nun aller göttlicher Botschaften an alle Völker sind die Propheten bestimmt. Jeremias

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