Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Der Grundzug der Liebe und dessen Entwicklung im Judenthum
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 4)
- Language
- German
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und dessen Entwicklung im Iudenthum. 18S Zeit des inner» und äußern Verfalls, gehören die meisten Reden, die uns von den Propheten aufbewahrt »bürden. Ihre Prophezeiungen zerfallen daher von selbst in Warnungen und Strafreden, jedoch nicht blvs an Israel, sondern auch an andere Völker, deren Sittenverfall entgegen zu arbeiten sich die göttlichen Gesandten berufen fühlten; in Verkündigungen der bevorstehenden Gefangenschaft und damit zusammenhängenden Trostreden; in Prophezeiungen gegen,die Völker, die die Gefangenschaft Israels nicht als Strafe Gottes, in der sie sich selbst spiegeln könnten, sondern mit besonderem Hohn ansahen oder selbst ausführten; und endlich, was das Mark, den bedeutungsvollsten Inhalt aller Prophezeiungen bildet, Verkündigungen der durch die Anerkennung und Verbreitung des wahren Glaubens am Ende erscheinenden, schönen Zeit des Friedens, der Eintracht, der inner» Glückseligkeit und der allgemeinen Liebe *). — Schon aus diesen allgemeinen Betrachtungen ist eS klar, t) daß der Eifer der Propheten gegen die Verbindung mit andere» Völkern durchaus keinen Grund zur Anklage und auch keinen Widerspruch mit ihren allgemein menschlichen Lehren involvire; 2) daß die Propheten dein Sittenverderbnisse anderer Völker nicht gleichgültig zusahen, sondern sich als Boten Gottes betrachteten zur Verbreitung der für Alle geltenden Wahrheit u nter Allen, daß also in ihnen die Schranke der Nationalität gefallen, und der mosaische Keim znm weltüberschattenden Baume herangewachsen, und allgemeine Menschenliebe als seine Frucht zur Reife gekommen war; endlich werden darin 3) die Prophezeiungen gegen die Völker überhaupt, die *) Der Inhalt aller Vorherverkündigungm der Propheten ist immer derselbe: Geschichte des großen Kampfes der Wahrheit mit der Lüge, des endlich gewissen Sieges der erstem über die letztere, und die Aussicht auf ein herrliches Reich des Lichts, der Liebe, des Schauens, sagt Schubert (Symbolik des Traums), freilich in speciellerem, christlichem Sinne.