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Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie · 1837-01-01 · Heft 2 · p. Seite 179

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Journal
Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
Volume
1837
Issue
Heft 2
Article
Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
Date
1837-01-01
Page
Seite 179 (sequence 9)
Language
German
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II. Beiträge zur Beurtheilung des Thalmuds. 17S haben, wenn man sie mit Aufmerksamkeit liest, keinen andern Sinn, als, daß wer die logische Nichtigkeit einer Deduction zngiebt und sie doch nicht gelten lassen will, dadurch stillschweigend der mosaischen Urkunde ihren göttlichen Ursprung streitig macht, indem er ihr dadurch in der That eine Folgewidrigkeit zur Last, legt, die sich mit der Natur einer göttlichen Lehre nicht verträgt. Diese oder eine ähnliche Deutung hatte auch die hier angeführte Stelle des Thalmuds in den Augen mehrerer orthodoxer Nabbinen der frühern Zeiten, die deßwegen auch weit entfernt waren, das Verdammungsurtheil, das viele. Eiferer über die karäischen Gemeinden ergehen ließen, zu unterschreiben *) Als Beleg theilen wir im Auszug ein Gutachten mit, welches der gelehrte Baruch Moguntinus gab, als man einem Karäer, der zu den Rabbam'ten übergegangen war, die Verehlichung mit einem jüdischen Mädchen untersagen wollte, aus Furcht, es möchten Kinder von einem Paare herstammen, das eine gesetzwidrige Ehe geschloffen: „EL ist eine betrübende Erscheinung, daß man über so viele Gemeinden Israels den Stab bricht. Von allen Glaubensbekenntnissen darf man Proselyten annehmen, und nur zu den Karäern soll man sagen: Ihr habet keinen Antheil an uns! Wäre ich doch mit Blindheit geschlagen, damit ich nicht die Zdeenverwirrungen wahrnähme, die unter meinen Glaubensbrüdern herrschen. Worauf können wir die Meinung gründen, sie so zu verstoßen, weil sie in manchen Bestimmungen über Eheverhältnisse mit uns in Streit sind? Ist es doch nicht der Fall, daß bei ihnen je ein Ehebündm'ß geschlossen wird, das bei uns verboten ist. Wie viele Streitigkeiten dieser Art bestehn nicht unter den Thalmudisten? Wahrlich, wenn man eine genaue Untersuchung anstellen wollte, würde es sich finden, daß wir noch viel uneiniger unter uns find, als mit den Karäern. Wir können , uns allerdings glücklich schätzen, daß Gott uns auf den Weg der Wahrheit geleitet hatte, indeß die Voreltern der Karäer in große Jrrthümer verfallen sind. Was sollen aber ihre Nachkommen thun, die so leben, wie sie die Lehre Gottes verstehn? Wer nicht gegen ein ausdrückliches mosaisches Gebot vorsätzlich handelt, ist dem gleich zu achten, der sich über Etwas entscheidet, das einer Controverse unterliegt. Einen ähnlichen Unterschied machen die Thalmudisten in Beziehung auf fehlerhaft gefällte Urtheiledie nur dann ungültig sind, wenn sie einem Gesetze wider- L.2

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