Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 176 (sequence 6)
- Language
- German
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176 II. Beiträge zur Beurtheilung des Thalmnds. tische Wichtigkeit hätte. Jedoch gibt es auch noch eine sehr zahlreiche Kategorie thalmudischer Entscheidungen, die man für traditionell zn halten pflegt, und die sich über alle Verhältnisse des häuslichen Lebens tief eingreifend erstrecken; es sind die Entscheidungen, welche der Thalmud mit Hülfe der ihm eigenthümlichen 'hermeneutischen Regeln aus dem Texte des Pentateuchs herleitet (s.Thariag Geb. 4.11). Wir haben demnach zu untersuchen, ob jene Jnterpretationsregeln wirklich von dem Thalmud für traditionell ausgegeben werden, und ob, im bejahenden Falle, die Gesetzbestimmungen, welche der Thalmnd durch sie gewinnt, den Charakter traditioneller Vorschriften an sich tragen. Was die erste Frage betrifft, so ist zu bemerken, daß der Lhalmud an keinem Orte ausdrücklich sagt, daß die hermeneutischen Regeln, von denen er Gebrauch macht, traditionell sind. Von den drei letzten Regeln des R. Jsmael sagt Js. Horwitz in pftW geradezu, daß er zweifle, ob sie traditionell seien. Hillel, der Aeltere, zählt von den dreizehn Regeln des R. Jsmael nur sieben auf, was man freilich nicht für einen Beweis gelten lassen will, daß er die andern nicht anerkennt. Einige Regeln des R. Jsmael, nämlich die, welche betreffen, werden von R. Akiba ausdrücklich bestritten, und es wird der Meinung des R. Akiba beigestimmt. Der Verfasser des MIA gründet seine Behauptung, daß die Regeln des R. Jsmael traditionell sind, auf die Erklärung des Thalmuds, daß man sie nur auf wirkliche Schriftstellen, nicht aber auf Entscheidungen anwenden dürfe, die nicht ausdrücklich im Pentateuche stehn. Ist es aber nicht wahrscheinlicher, daß der Thalmud dadurch dem allzusehr um sich greifenden dialektischen Geiste der Jünger einen Damm entgegenstellen wollte? In der That gingen Einige in ihrer Deductionslust so weit, daß sie sich dadurch Verweise von ihren Lehrern und ihren Commilitonen zuzvgen. So will Einer im Jeruschalmi