Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Journal
- Wissenschaftliche Zeitschrift für jüdische Theologie
- Volume
- 1837
- Issue
- Heft 2
- Article
- Beiträge zur Beurtheilung des Talmuds
- Date
- 1837-01-01
- Page
- Seite 173 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2929020-2929031-2929034-2930928--1655-2930983- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
II. Beiträge zur Beurtheilung des Thalnmds. 173 der Thalmud, daß die fünf Hauptregeln beim rituellen Schlachten Gemara sein müssen, weil man sie nicht aus dem Texte des Pentateuchs herleiten kann. Merkwürdig ist es, daß auch Maimonides diese Regeln für traditionell erklärt, obgleich für ihn gewöhnlich das Wort Gemara diese Bedeutung nicht hat. Es scheint, daß seine Behauptung sich auf die bereits angeführte Stelle Chulin 27, a gründet, wo es heißt, es sei Moses mitgetheilt worden, daß man bei einem Säugethiere zwei und bei einem Vogel eine Röhre durchschneiden müsse. Diese Behauptung ist aber dort nicht mehr als die agadische Deutung einer Schriftstelle, und kann nach Maimonides schon deßwegen nicht mehr traditionell sein, weil sie nicht einstimmig angenommen wird, indem nach einer Meinung im Thalmud das ritualmäßige Schlachten der Vögel nur eine rabbanitische Vorschrift ist. 13) Chulin 72, u leitet R. Akiba aus dem Pentateuch her, baß der Deckel und die Seitenbretter eines Sarges durch den Leichnam verunreinigt werden, nach R. Israel hingegen, der die Auslegung R. Akiba's verwirft, wird angenommen, diese Bestimmung sei Gemara. l4)Sabbath 96, b sucht der Thalmnd einen Grund, warum man am Sabbathe nicht auf einem unbegrenzten Platze einen Gegenstand bewegen oder werfen darf, und da sich keiner findet, heißt es zuletzt, diese Verbote seien Gemara. IS) Schebuoth 16 heißt es, es sei Gemara, daß Einer, der sich im Tempelhof verunreinigt hat, nur dann ein Opfer zu bringen braucht, wenn er eine bestimmte Zeit nach der Verunreinigung im Tempel geblieben ist. 16) Menachoth 62, b sagt Rabina, es sei Gemara, daß es nur zwei Fälle gebe, wo man sich auf Opferthiere zu lehnen habe, die für das ganze Volk gebracht werden. 17) Menachvth 63, a behauptet N. Jose Hagelili, der Unterschied zwischen zwei Mehlopferarten, von welchen im Pentateuch geredet wird, bestehe darin, daß bei der einen das Opfer